9.02.2016 16:13
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Österreich
Kühe vergiftet: Video überführte Täter
Auf einem Bauernhof in der Nähe von Graz wurden mehrere Kühe mit Dünger vergiftet. Sechs Tiere sind qualvoll verendet. Mittels Kameraüberwachung konnte der Täter überführt werden.

Den schlimmen Verdacht hegte der Landwirt in der Ortschaft Mooskirchen in der Nähe von Graz schon länger. Im vergangenen Herbst waren die Werte seiner Milchkühe plötzlich nicht mehr in Ordnung. Innerhalb weniger Wochen verendeten sechs Kühe. Der Landwirt alarmierte die Polizei. Er vermutete seinen Nachbarn als Täter.

Harnstoff-Dünger

In der Folge wurden im Stall zwei Videokameras installiert, wie die „Kleine Zeitung“ berichtet. Dem Landwirt fielen Ende Januar weisse Körner im Futter auf. In der vergangenen Woche nun schnappte die Falle zu. Unmittelbar nachdem der Landwirt den Stall verliess, betrat der Verdächtige den Raum. Dieser streute weisse Körner über das Futter.

Die Analyse zeigte nun, dass es sich dabei um Harnstoff-Dünger handelte. In zu hoher Konzentration wirkt der Dünger giftig. Es zersetzt den Magen der Kühe. Sie sterben einen qualvollen Tod.

Der 58-jährige Verdächtige ist in zwei Fällen bereits geständig, wie orf.at berichtet. Es handelt sich um einen Pensionisten, der sich laut Polizei häufig beim Nachbarn des betroffenen Landwirtes aufhält und immer wieder auf deren Anwesen mithilft. Der Nachbar soll aber nichts von den Taten seines Helfers gewusst haben.

Streit zwischen Nachbarn

Zwischen dem Landwirt, dessen Milchkühe verendeten, und den Nachbarn soll es auch immer wieder Streitigkeiten gegeben haben, in die auch der 58-Jährige involviert gewesen sei. Ein Motiv für die Kuhtötung nannte der Mann nicht.

Nebst dem Leid der Kühe bedeuten die Todesfälle für den Bauern auch einen finanziellen Verlust. Gemäss dem betroffenen Landwirt kostet eine Milchkuh um die 2000 Euro. Ein Tierarzt klärt nun ab, ob die sechs Tiere, die im Herbst 2015 gestorben sind, alle dasselbe Leiden hatten. Bestätigt sich der Verdacht, wird eine Anzeige wegen Tierquälerei an die Staatsanwaltschaft Graz übergeben.

Betroffener Landwirt geschockt

Unterstützung wurde dem betroffenen Landwirt von der Landwirtschaftskammer zugesagt. Das laufende Verfahren wird aber noch abgewartet. „Dies ist ein dramatischer Fall von Böswilligkeit, der in solcher Form noch nicht vorgekommen ist“, liess die Kammer verlauten.

Die Gemeinde will den Landwirt vor allem moralisch unterstützen. Er soll dazu ermutigt werden, seinen Betrieb weiterzuführen. Der Landwirt ist unter Schock. Ob er den Betrieb weiterführt, ist noch unklar. „Ich kenne den Mann. Was soll ich jetzt machen? Wie soll unsere Familie noch auf dem Hof weiterarbeiten“, fragt sich der Landwirt.

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