16.12.2018 07:14
Quelle: schweizerbauer.ch - ber
Indien
Kuh-Minister abgewählt
Für Hindu sind Kühe heilig. Dennoch wurde kürzlich der einzige Kuh-Minister im indischen Rajasthan, Otaram Dewasi abgewählt.

Kuh-Minister Otaram Dewasi erhob zugunsten der Kühe eine Sondersteuer auf alkoholische Getränke, richtete Alters- und Pflegefarmen für bedürftige Rinder ein. Um dies alles zu ermöglichen wurde er vom Bundesstaat Rajasthan mit einem üppigen Budget ausgestattet. Doch das Wohltätigkeits-Projekt wollte nicht gelingen, wie der Tagesanzeiger weiss.

10 Jahre Haft nach Kuh-Schlachtung

Hunderte Kühe in der Obhut des Staates starben an Infektionen oder verhungerten. Dabei handelte es sich fast ausschliesslich um alte, von ihren Besitzern aufgegebenen und frei herumlaufenden Tiere. Die Kühe produzierten keine Milch mehr, also konnte man mit ihnen kein Geld mehr verdienen. In Rajasthan wird das Schlachten einer Kuh mit 10 Jahren Haft bestraft. Das Verkaufen und Essen von Rindfleisch ist streng verboten. Und nun wurde der einzige Minister für die Kuh im Bundesstaat Rajasthan abgewählt. Dewasi unterlag einem unabhängigen Kandidaten.

In den letzten Jahren wurden Dutzende Menschen von aufgebrachten Hindu-Hetzern getötet, weil sich diese an Kühen vergangen haben sollen. Ein muslimischer Milchbauer wurde 2017 auf offener Strasse zu Tode geprügelt. Im August mussten zwei Muslime von der Polizei gerettet werden, als sie von Kuh-Aktivisten auf offener Strasse überfallen wurden.


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