2.08.2016 14:32
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
Kuh narrt ihre Jäger
Mitte Juli hat in Kaiserslautern (D) die Limousin-Kuh „Johanna“ das Weite gesucht. Sämtliche Einfangsversuche sind gescheitert. Am Dienstagmorgen endete nun ihre Flucht. Sie kommt nun auf einen Gnadenhof.

Für Kuh „Johanna“ dürfte es in den kommenden Wochen ruhiger werden. Begonnen hat die Flucht der Limousin-Dame vor rund drei Wochen. Seither hat sie sich erfolgreich vor ihren Jägern verstecken können. Doch am Dienstagmorgen endete nun der Freigang.

Katz-Maus-Spiel

Johanna sollte eigentlich auf die Schlachtbank geführt werden. Doch bevor der Metzger in Kaiserslautern zur Tat schreiten konnte, nahm sie Reissaus. Es hat sich ein Katz-Maus-Spiel entwickelt. Die Kuh konnte ihren Jägern immer wieder entwischen. Die Polizei setzte für die Suche gar Helikopter ein.

Anschliessend streunte sie im Pfälzerwald umher, schreibt der SWR auf seiner Website. Um die Kuh aufzuspüren, wurde gar ein professioneller Tierfänger engagiert. Doch auch Heino Krannich konnte Johanna nicht einfangen, obwohl er nach eigenen Angaben bisher über 300 Tiere den jeweiligen Besitzern zurückbringen konnte.

Im Sommer finde sie genügend Futter. In einem so grossen Gebiet wie dem Pfälzerwald sei es schwierig, die Kuh aufzuspüren. Im kommenden Winter, wenn das Futter knapper werde, sei die Chance grösser, Johanna anzulocken und einzufangen, liess er verlauten.

Zwei Schüsse benötigt

Am Dienstagmorgen nun tauchte Johanna auf dem Werksgelände der Opel-Fabrik in Kaiserslautern auf. Entdeckt wurde sie auf Bildern der Überwachungskamera. Die Polizei und der Tierfänger schritten zur Tat. Doch Johanna gab sich nicht so schnell geschlagen. Beim ersten Einfangversuch gelang ihr die Flucht.

Wenig später gelang es den Helfern aber, die Kuh in einen Bereich zu treiben, der nur rund 60 Quadratmeter gross und durch Bauzäune abgesperrt ist, berichtet der SWR. Der Kaiserslauterer Tierfänger Erwin Schablowski konnte die Kuh betäuben. Er benötigte dazu aber zwei Schüsse, zuvor ging sie gar gegen ihren Jäger los. „Sie hat sich nach langer Zeit hingelegt", so Schablowski.

Anschliessend wurde die Kuh ihrem Besitzer Thomas Kuhn übergeben. Kuhn will die Kuh nicht mehr schlachten lassen, sondern auf einen Gnadenhof bringen. Dort soll sie ihren Lebensabend verbringen dürfen. Der Besitzer ist erleichtert, dass nichts Schlimmeres passiert. „Wir müssen in Zukunft noch besser aufpassen - so etwas soll sich schließlich nicht mehr wiederholen“, sagte Kuhn dem SWR.

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