2.09.2014 10:26
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Gesundheit
Kuhmilch-Allergen: Grundlage der allergischen Reaktion erforscht
Österreichische Wissenschaftler haben jetzt die Grundlage der allergischen Reaktion auf das Kuhmilch-Allergen erforscht. Demnach kann ein bestimmtes Protein in der Milch, das sogenannte beta-Laktoglobulin, nur dann eine Allergie einleiten, wenn es kein Eisen an sich bindet. Mit Eisenbeladung ist das Protein unproblematisch.

Den gleichen Mechanismus hatten die Forscher vor kurzem für die Birkenpollenallergie entdeckt. Nach Angaben der Veterinärmedizinischen Universität Wien, die gemeinsam mit der Medizinischen Universität und der Universität Wien daran gearbeitet hat, gehört beta-Laktoglobulin, eines der wichtigsten Milchallergene, zur Proteinfamilie der Lipokaline. Diese besässen „molekulare Taschen“, in die Eisen-Ionen passten.

Den Wissenschaftlern um Franziska Roth - Walter sei es nun gelungen zu zeigen, dass ein „leeres“ Milchprotein die Aktivierung von Th2-Lymphozyten unterstütze. Erst dann könne die Produktion von Antikörpern gegen das Milchprotein angekurbelt werden. Der Patient werde sensibilisiert und könne gegen Milch allergisch reagieren. Als nächstes wollen die Wissenschaftler nun klären, was zur Eisenbeladung der Milchproteine beiträgt.

„Eine der brennendsten Fragen, die wir beantworten möchten, lautet: Warum sind diese Milchproteine mehr oder weniger mit Eisen beladen?“, so Studienleiterin Erika Jensen - Jarolim. Ihren Ausführungen zufolge könnte dabei die Haltung und Fütterung der Kühe eine Rolle spielen. Ob biologisch oder konventionell produzierte Milch mehr oder weniger eisenbeladenes Protein enthalte, müsse noch untersucht werden. Lipokaline gebe es bei allen Säugetieren.

Die Hochschule wies zudem darauf hin, dass die Milchallergie häufig mit der Laktoseintoleranz verwechselt werde. Es handele sich dabei jedoch um zwei ganz unterschiedliche Mechanismen im Körper. Bei der Laktoseintoleranz werde Milchzucker schlecht verdaut, weil das Enzym Laktase fehle, während sich bei der potentiell viel gefährlicheren Kuhmilchallergie das körpereigene Immunsystem mit Antikörpern gegen das Milchprotein richte.

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