24.05.2020 09:45
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Laborfleisch: Deutsche lehnen Verzehr ab
Dem Verzehr von künstlich erzeugtem Fleisch aus dem Labor stehen die Deutschen ablehnend gegenüber.

Laut dem jetzt veröffentlichten „Technik Radar 2020“, für den im vorigen Sommer acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und die Körber-Stiftung insgesamt 2006 zufällig ausgewählte deutschsprachige Personen ab 16 Jahren telefonisch befragten, können sich den Verzehr von Laborfleisch nur 24 % der Konsumenten vorstellen. Knapp jeder Zweite hält den Studienergebnissen zufolge künstlich erzeugtes Fleisch für risikoreicher als Fleisch aus der landwirtschaftlichen Produktion.

Fast zwei Drittel fürchten, dass das Verfahren zu einer weiteren Entfremdung der Menschen von der Lebensmittelerzeugung führt. Dass mit dem Verzicht auf Fleisch aus der Tierhaltung die Welternährung sichergestellt werden kann, glauben gemäss den Befragungsergebnissen 40 % der Deutschen. Am stärksten ist diese Meinung bei Frauen älter als 65 Jahre vertreten, mit rund 32 % am schwächsten bei Männern der Altersgruppe 35 bis 65 Jahre.

Verwandlung biologischer Abfall

Skeptisch sehen die Deutschen weiterhin auch die Grüne Gentechnik. Diese lehnten 58 % der Befragten ab. Den Nutzen der Verfahren erkannte nur jeder Fünfte an. Zwei Drittel wertete die entstehenden Risiken als hoch. Mit 88 % mehrheitlich positiv beurteilten die Studienteilnehmer hingegen den Ersatz erdölbasierter Kunststoffe durch Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen.

In der Verwandlung biologischer Abfall- und Reststoffe in Kraftstoffe sahen drei von vier Befragten eine gute Sache. Etwa 63 % sprachen sich für eine staatliche Förderung des Verfahrens aus. Allerdings beurteilten 42 % eine Anlage zur Gewinnung von Biosprit in der Nähe von Wohngebieten als nicht zumutbar. „Wir sehen, dass nachhaltiges Wirtschaften den Deutschen grundsätzlich ein wichtiges Anliegen ist“, erklärte Tatjana König von der Körber-Stiftung. Weniger eindeutig sei das Bild, wenn es um die politische Umsetzung oder persönliche Konsequenzen gehe. Dafür sprächen auch die Ergebnisse zur Rolle der Politik beim Umweltschutz.

In der Studie wurde die Frage, ob der Staat die Menschen zu umweltgerechtem Handeln zwingen sollte, zu jeweils einem Drittel befürwortet, abgelehnt oder ambivalent bewertet. Einheitlicher sieht das Bild bei den Vorgaben für dieWirtschaft auf. Sechs von zehn Befragten meinen, dass die Politik Klimaschutzmassnahmen ergreifen müsse, auch wenn die Wirtschaft darunter leide. 

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