2.06.2013 10:43
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Hochwasser
Land unter Wasser - schicken Sie uns Ihre Bilder vom Hochwasser
Die Deutschschweiz versinkt im Wasser: Aus zahlreichen Kantonen meldeten Polizei und Feuerwehren am Samstagnachmittag überschwemmte und gesperrte Strassen. Die Pegel von Flüssen und Seen stiegen deutlich an.

Die Fliessgewässer standen am Samstag unter ständiger  Beobachtung der Behörden. In der Stadt Bern flossen am  Samstagmittag 380 Kubikmeter Wasser pro Sekunde die Aare herunter.  Die Feuerwehr ergriff deshalb in den am Fluss gelegenen Quartieren  vorsorgliche Massnahmen.

Besonders prekär war die Hochwasserlage entlang des Rheins, für  welchen das Bundesamt für Umwelt (BAFU) die Gefahrenstufe 4 von 5  ausrief. Der Krisenstab des Kantons Basel-Stadt wies die  Bevölkerung an, sich nicht in unmittelbare Nähe des Rheinufers zu  begeben.

Im Kleinbasel wurden Schutzverbauungen erstellt und Sandsäcke  gelegt. Der Krisenstab schloss nicht aus, dass der Fluss über die  Ufer tritt. Am Abend lag der Pegel des Rheins rund 90 Zentimeter  unter der Überschwemmungshöhe. Der Schiffsverkehr zwischen  Rheinfelden und Kembs wurde eingestellt.

Hochwassersperren und Sandsäcke

Auch im Kanton Aargau sorgte der Rhein für Sorgenfalten.  Besonders gefährdet war die aargauische Gemeinde Wallbach, wo der  Rhein am Samstagnachmittag die Uferzone überschritt. Das Wasser  konnte jedoch dank Hochwassersperren und Sandsäcken zurückgehalten  werden. Auch die entlang der Reuss, der Aare und der Limmat  errichteten Hochwassersperren zeigten laut Behördenangaben Wirkung.

In Solothurn bat die Polizei die Bevölkerung, sich wegen der  hohen Wasserpegelstände nicht entlang der Flüsse oder auf  exponierten Brücken aufzuhalten. Am Samstagabend entspannte sich  die Lage.

In Kaltbrunn SG stürzte ein 72-jähriger Mann in der Nacht auf  Samstag in den reissenden Dorfbach. Obwohl Polizei und Feuerwehr  rasch die Suche nach dem Mann aufnahmen, konnte er vorerst nicht  gefunden werden. Angespannt ist die Lage wegen der intensiven Regenfällen auch im  Kanton Nidwalden. Dort kam es gemäss Polizei zu mehreren kleinen  Hangrutschen.

Viel Wasser von oben 

Gemäss dem Wetterdienst MeteoNews lag der  Niederschlagsschwerpunkt am Samstagvormittag in der Zentralschweiz,  dem Berner Oberland sowie dem zentralen Mittelland. Am Nachmittag  hätten sich die Niederschläge dann in den Osten verlagert.

In der Zeit von Freitagvormittag bis Samstagnachmittag gingen am  Alpennordhang zwischen 50 und 90 Liter Regen pro Quadratmeter  nieder, wie das BAFU am Samstagabend mitteilte.

Und eine Entspannung ist nicht in Sicht. Für die Nacht auf  Sonntag wurde mit weiteren Niederschlägen gerechnet, wodurch die  Flüsse und Seen weiter belastet werden.  Entlang von Reuss, Aare und Hochrhein ist deshalb mit lokalen  Überschwemmungen zu rechnen. Der Pegel des Bielersees könnte gemäss  BAFU am Sonntag die Gefahrenstufe 4 erreichen.

Gehen auch in Ihrer Nähe Bäche und Flüsse  über die Ufer? Stehen auch Ihre Felder unter Wasser? Dann schicken Sie uns ihre Bilder vom Hochwasser zum Aufschalten in der Bildergalerie an redaktion@schweizerbauer.ch .

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