15.12.2018 11:57
Quelle: schweizerbauer.ch - Therese Krähenbühl
Blog
Landfrauenküche: Bei Karin Caminada wird’s wild
Die Landfrauen stehen wieder am Herd. Karin Caminada aus Almens GR serviert den Landfrauen Wild und weint Freudetränen. Hier könnt Ihr die Sendung auch nachschauen.

Ich muss gestehen, dass ich kulinarisch von der Landfrauenküche besonders viel erwarte, wenn es in den Kanton Graubünden geht. Ich bemühe mich ja in der Regel, mit möglichst wenigen Vorurteilen durchs Leben zu gehen.

Aber bei der Bündnerküche gelingt mir das einfach nicht. Denn ich bin überzeugt, dass die prinzipiell einfach gut ist und lebe im Glauben, dass jede Bündner Hausfrau eine erstklassige Köchin ist. Und wie ich es erwartet habe, ist auch Karin Caminada, welche die Landfrauen in der aktuellen Folge zu sich nach Almens einlädt, eine wunderbare Köchin. Doch fangen wir von Anfang an. 

Hirsch aber keine Schoggi

Bereits auf dem Weg ins Bündnerland rätseln die Landfrauen darüber, was Karin kochen könnte. Wild und Schokoladenmousse werde es geben, da sind sie sich einig. Mit der ersten Vermutung liegen sie genau richtig, denn Karins Mann Oskar geht auf die Jagd und so gibt es für die Landfrauen einen schönen Hirschbraten. Das Dessert fällt aber anders aus, als die anderen Kandidatinnen erwarten. Aber dazu später mehr.

26 Kühe und Munimast

Karin und ihr Mann führen zusammen einen Milchwirtschaftsbetrieb mit 26 Kühen und Munimast. Der tiefe Milchpreis macht auch ihnen zu schaffen. Doch Oskar lässt sich davon nicht entmutigen und sagt: «Wenn man zu den Tieren gut schaut, kommt auch etwas zurück und da verdient man auch etwas.» Diese Haltung finde ich sehr schön.

Sowieso scheinen er und seine Karin mit den vier Kindern ein harmonisches und liebevolles Familienleben zu führen. Obwohl es in der Sendung ja eigentlich ums Kochen geht, ist für mich der Moment in dem der Schreiner pünktlich für das Essen der Landfrauen einen neuen Tisch liefert, der aus dem Holz eines Baumes, den Oskar gefällt hat, gezimmert wurde, der Höhepunkt der Folge. Alle sind sichtlich stolz auf den Tisch und Karin bricht sogar in Tränen aus, weil sie sich so sehr darüber freut. Und ehrlich gesagt verdrücke auch ich ein paar Tränchen der Rührung mit Karin zusammen…

Bündner Ravioli

Jetzt aber zurück zum Essen. Zur Vorspeise gibt es für die Landfrauen Bündner Ravioli mit Spinatfüllung. Die hat Karin zusammen mit ihrer Mama nach dem Rezept der Grossmutter vorbereitet und dieses Rezept scheint sich auch bei den Landfrauen zu bewähren. Sie bewerten die Ravioli positiv.

Danach serviert Karin den Landfrauen einen Hirschbraten mit Rotkraut, Safranrisotto, Kastanien und Marroni. Der Safran für das Risotto baut die Köchin sogar selber an. Mit Karins grossen Portionen scheint die eine oder andere Landfrau etwas überfordert zu sein. Trotzdem schmeckt es ihnen und besonders der Hirschbraten wird gelobt.

Hohe Erwartungen ans Dessert

Zum Dessert serviert Karin dann nicht das Schoggimousse, welches alle von ihr erwartet haben, sondern ein Parfait mit Bündner Röteli, Meringue und eine Cremeschnitte in Herzform. An das Dessert hatten die Landfrauen schon im Vorfeld hohe Erwartungen, da Karin gelernte Konditorin ist.

Obwohl Karin mit dem Stress des Kochens sehr locker umgeht, entfährt ihr dann doch ein glücklicher und erlöster Jauchzer, als das Essen vorbei ist. Aber genau diese ehrliche und authentische Art macht sie ja auch so sympathisch. Und ich bin zufrieden und glücklich, dass mich Karin einmal mehr in der Überzeugung bestärkt hat, dass die Bündner Landfrauen besonders gute Köchinnen sind.

Was Katrin Kissling aus Rickenbach SO ihren Gästen kochen wird, erfahren die Zuschauer am 21. Dezember 2018 um 20.05 Uhr, wenn es wieder heisst «SRF bi de Lüt – Landfrauenküche».


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