30.11.2019 06:00
Quelle: schweizerbauer.ch - Therese Krähenbühl
Blog
Landfrauenküche: Wo Geniessen Volkssport ist
In der neusten Folge von «SRF bi de Lüt – Landfrauenküche» bringt Marlies Bärtschi aus Röthenbach BE viel Emmentaler Tradition auf die Teller.

Ich muss gestehen, dass ich mich besonders auf die aktuelle Folge der Landfrauenküche gefreut habe. Das hat aber einen bestimmten Grund: Ich bin selber ganz in der Nähe von Röthenbach BE aufgewachsen und so ist der Besuch bei Marlies Bärtschi und ihrer Familie für mich auch ein Besuch in der Heimat. Und eins gleich vorneweg. Es ist so schön zu hören, dass die Familie noch den richtigen Oberemmentaler Dialekt spricht, den man leider immer weniger hört. 

Marlies und ihr Mann Daniel bewirtschaften einen Mutterkuhbetrieb mit rund 40 Gallowayrindern, Schafen, Ziegen, Brahmahühnern, Zwerchüngel, zwei Ponys, sechs bosnischen Gebirgspferden, sechs Katzen und drei tschechischen Schäferhunden. Um Letztere geht es dann auch gleich zu Beginn der Folge, denn eine Hündin hat Junge bekommen – und zwar in Bärtschis Stube. Diese wird aber für das Landfrauenessen gebraucht und darum müssen die Hunde gezügelt werden.

Bunte Tierwelt

Ich bin schwer beeindruckt von der bunten Tierwelt auf Bärtschis Hof. Und davon, wie sich alle zusammen, also auch die Kinder Enja und Jorin darum kümmern. Und mir gefällt auch, wie Bärtschis für die Landfrauen zur Begrüssung singen oder eben «jutze» wie wir das nennen. Das kommt aber nicht von ungefähr, schliesslich haben sich Marlies und Daniel in einem Chörli kennen gelernt. Und schliesslich heisst es ja auch in der Hymne der Emmentaler: «Niene geits so schön u luschtig, wie bi üs im Ämmitau.» Singen, Essen und Geniessen sind bei uns ja quasi ein Volkssport.

«Suure Mocke»

Und dann geht es ja in der Folge auch noch ums Essen. Auch hier bleibt Marlies Bärtschi ihren Wurzeln und der Tradition treu und serviert einen «Suure Mocke». Dabei handelt es sich um einen Rindsbraten, der in Wein mit etwas Essig eingelegt wurde und eben dadurch eine etwas säuerliche Note erhält. Dazu serviert sie Dinkel-Spätzli aus eigenem Mehl und gebratenes Wurzelgemüse aus dem Garten. Für mich ist das ein absolutes Festtagsmenü. Darum bin ich auch etwas erstaunt, dass einige der Landfrauen noch nie «Suure Mocke» gegessen haben. Mir war nicht bewusst, dass man das nicht überall in der Schweiz kennt. Alleine darum finde ich die Sendung Landfrauenküche so schön, weil man beim Zuschauen immer wieder neue Spezialitäten entdeckt und merkt, wie bunt und vielfältig die Schweiz ist – und das nicht nur kulinarisch. Weil die Portionen offenbar doch recht üppig sind, werden einzelne Teller nicht ganz leer gegessen. So ist es halt bei uns im Emmental, dass man die Teller gut füllt. Das gehört sich so.

Eine Vorspeise hat Marlies Bärtschi natürlich auch serviert: Nüsslersalat an einer Baumnussvinaigrette mit einem Birnen-Tarte-Tatin und «Evis Hauschäsli» dazu. Die Kombination von Früchten, Käse und Salat kommt bei den Landfrauen gut an.

Abgerundet wird das Menü mit einem Zwetschgenparfait mit marinierten Beeren, Zwetschgensträuselkuchen und einem «Tupf» Zimtrahm. Auch für das Dessert erntet Marlies Bärtschi viel Lob.

Prost!

Während die Frauen in der Stube noch das Dessert geniessen, gönnen sich Marlies, ihr Mann und ihre Helferin Therese in der Küche nach getaner Arbeit einen Schnaps. Prost! 

Nächste Woche am 6. Dezember 2019 schwingt dann Aurelia Joly im schönen Lavaux am Genfersee den Kochlöffel. Auf diese Folge bin ich auch schon sehr gespannt und vermute, dass der Wein darin eine grosse Rolle spielen wird.


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