20.11.2018 07:49
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Gesundheit
Landkinder besser als Stadtkinder
Je mehr Möglichkeiten Kinder haben, sich zu bewegen, desto besser können sie balancieren, rollen und hüpfen sowie werfen, fangen oder dribbeln. Dies hat eine Studie in Kindergärten im Kanton Uri und in der Stadt Zürich gezeigt.

Wie die Urner Bildungs- und Kulturdirektion am Montag mitteilte, ist die frühkindliche Entwicklungsphase für den Aufbau der motorischen Handlungsfähigkeit zentral. Wie gut die motorischen Fähigkeiten der Kindergartenkinder sind, wurde bislang in der Schweiz nur wenig erforscht.

Ein Forschungsprojekt hat deswegen die motorischen Basiskompetenzen von vier- bis sechsjährigen Kindern überprüft. Getestet wurde, wie die Kinder sich bewegen respektive etwas bewegen können. An der Untersuchung beteiligt waren zwölf Urner Kindergärten mit 170 Kindern und 14 Zürcher Stadtkindergärten mit 233 Kindern.

Die Studie bestätigte die erwarteten Unterschiede je nach Alter und Geschlecht der Kinder. Ältere Kindergartenkinder schlossen demnach besser ab als jüngere. Die Stärke der Mädchen ist das Sich-Bewegen, die der Buben das Etwas-Bewegen. Diese Ergebnisse ergaben sich sowohl bei den Urner wie auch bei den Zürcher Schülern.

Mehr Platz zum Spielen

Werden die Landkinder mit den Stadtkindern verglichen, zeigte sich, dass die Urner sowohl beim Sich-Bewegen als auch beim Etwas-Bewegen deutlich bessere Leistungen hatten. Die Unterschiede dürften auf die in städtischen Gebieten stark eingegrenzten Aktionsräume zurückzuführen sein, teilte die Bildungs- und Kulturdirektion mit. Kinder auf dem Land hätten noch mehr frei Flächen für das selbständige Spielen und Bewegen als ihre Altersgenossen in der Stadt.

Die Studie verglich ferner die motorischen Kompetenzen von Kindern, die einen Regelkindergarten besuchten, mit denen von Kindern, die einen Bewegungskindergarten absolvierten. Kinder aus einer besonders bewegungsfördernden Lernumgebung hätten einen besseren motorischen Leistungsstand als Kinder aus Regelkindergärten, heisst es in der Mitteilung. Dieser Befund zeige, dass es sich lohne, Bewegung im pädagogischen Schulkonzept zu integrieren.

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