22.10.2019 12:12
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Sport
Landwirtin beendet Sportlerkarriere
Die Schweizer Langläuferin Nathalie von Siebenthal tritt zurück. Die 26-jährige Berner Oberländerin beendet ihre Karriere aufgrund von Motivationsproblemen.

Von Siebenthal war die beste Schweizer Distanzläuferin der letzten Jahre. Bereits in ihrem dritten Weltcup-Rennen 2014 in Davos gewann sie ihren ersten Weltcuppunkt. 

U-23-Weltmeisterin

Ihre grössten Erfolge feierte sie an den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang, als sie sowohl über 10 km Skating als auch im Skiathlon auf Platz 6 lief. An Weltmeisterschaften erreichte sie in ihrer Karriere drei Top-7-Klassierungen. An der U-23-WM 2015 wurde sie Weltmeisterin, 2017 belegte sie im Skiathlon den vierten Rang und in Südkorea wurde sie zweimal Olympia-6. (10 km und Skiathlon).

Im Frühjahr legte sie eine längere Pause ein und nahm das Training erst wieder im Herbst auf. Die Freude am Spitzensport kehrte aber nicht zurück, weshalb sie sich zum Rücktritt entschied. «Schon nach wenigen Tagen wehrten sich Kopf und Körper dagegen», sagte sie zu SRF. Jetzt sei sie sicher, dass der Entscheid zum Rücktritt richtig sei. «Nun freue ich mich an Neujahr zuhause zu sein, auf freie Wochenenden und nach Lust und Laune zum Langlaufen zu gehen – so lange und so langsam ich will», fuhr sie fort.

«Beim Melken kann ich abschalten»

Gedanken über ihre Zukunft im Langlaufsport hat sie bereits vor Beginn der letzten Saison gemacht. «Ich habe mich zu Beginn der Saison entschieden, 2019/20 eine Weltcup-Pause einzulegen», sagte von Siebenthal im Februar gegenüber dem «Anzeiger von Saanen». Sie habe die Trainer bereits nach den Olympischen Spielen 2018 über ihre Absichten informiert.

Nathalie von Siebenthal betrachtete den Langlauf als ihr Hobby. Journalisten fragten die Sportlerin öfters, ob bei mehr Fokus auf den Sport nicht eine herausragende Karriere möglich gewesen wäre. Die Berner verneinte jeweils. Sie brauche den Ausgleich auf dem Bauernhof. «Beim Melken kann ich besser abschalten», sagte sie zur «Luzerner Zeitung».

Chancen auf Rückkehr gering

Bereits im Februar erachtete sie die Chance auf eine Rückkehr in den Spitzensport als klein. Die Wahrscheinlichkeit eines Comebacks bezifferte sie mit 35 Prozent. 

Künftig dürfte die Landwirtin sich also wieder mehr um die Kühe in Lauenen bei Gstaad kümmern. Ihr Vater bewirtschaftet einen Milchwirtschaftsbetrieb mit rund 30 Kühen. Im Sommer gehen sie auf die Alp. «Die Alp und die Kühe sind Nathalies Passion», sagte ihr Trainer Peter von Allmen im Dezember 2017 zur «NZZ». Das Sommertraining absolvierte sie auf Alp Marnex ob Les Diablerets. 

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE