15.08.2014 06:21
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Gesundheit
Langsam wachsende Salmonellen machen Behandlung schwierig
Auch ohne Resistenzgene halten manche Bakterien eine Behandlung mit Antibiotika sehr lange aus. Sie können sich in eine Art Schlaf versetzen, in dem sie unangreifbar sind, vermuten Forscher. Ein Team der Universität Basel konnte nun jedoch zeigen, dass langsam wachsende Salmonellen das grössere Problem sind.

Aus Studien im Reagenzglas war bekannt, dass identische Bakterien sehr unterschiedlich schnell wachsen können, wie die Hochschule am Donnerstag in einer Mitteilung schrieb. Dies hängt von den Nährstoffen ab: Manche Erreger gelangen in Gewebe mit wenigen Nährstoffen und können dort nur langsam wachsen.

Schlafende Bakterien

Dem Team um Dirk Bumann vom Biozentrum Basel ist es nun gelungen, mit Hilfe von leuchtenden Eiweissen diese Unterschiede auch in infizierten Geweben zu messen. In Mäusen, die mit Salmonellen angesteckt worden waren, liessen sich selbst nach fünf Tagen Antibiotikatherapie noch Erreger nachweisen, die einen Rückfall verursachen könnten.

«Etwa 90 Prozent der Salmonellen - insbesondere die schnell wachsenden - konnten wir bereits mit der ersten Dosis abtöten», sagte Bumann in der Mitteilung. Am besten überlebten nicht wachsende - schlafende - Bakterien. Der Behandlungserfolg hängt also klar von der Vermehrungsrate ab, ist das Fazit der am Donnerstag im Fachjournal «Cell» erscheinenden Studie.

Langsame dominieren

Die schlafenden Bakterien machten aber nur einen sehr kleinen Teil der Erreger aus, ihr Einfluss sei deshalb begrenzt. «Langsam wachsende Salmonellen sind ein viel grösseres Problem», sagte Bumann. Sie seien zwar etwas empfindlicher auf Antibiotika als schlafende Keime, seien aber viel zahlreicher und könnten jederzeit weiterwachsen, wenn die Antibiotikaspiegel wieder abfallen.

Diese langsam wachsenden Erreger dominierten deshalb während der ganzen Therapie. «Wenn wir solche Bakterien besser verstehen, könnte man mit gezielter Antibiotikatherapie den Behandlungszeitraum vielleicht erheblich verkürzen», erklärte Bumann. Dies spiele vor allem bei Patienten eine Rolle, die über Wochen oder gar Monate mit Antibiotika behandelt werden müssen.

Salmonellen verursachen Durchfallerkrankungen. Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) kommen sie in Geflügel, Schweinen, Rindern oder Reptilien vor. Salmonellose ist eine klassische Lebensmittelinfektion, man kann sich aber auch über mit Fäkalien verunreinigtes Wasser anstecken. In der Schweiz werden jährlich zwischen 1200 und 1500 Fälle von Salmonellen-Infektion gemeldet. Beste Vorbeugung ist gute Küchenhygiene.

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