17.08.2013 17:12
Quelle: schweizerbauer.ch - Matthias Künzi
Esaf 2013
Lebendpreise sind «Gesund und recht» in Burgdorf angekommen
Die elf Lebendpreise sind am letzten Freitag, zwei Wochen vor dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests 2013 in Burgdorf eingestallt worden.

Peter Stadelmann schreitet in der Stallung des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2013 in Burgdorf auf und ab wie ein Raubtier im Käfig. Der Geschäftsführer der Futtermühle Kunz Kunath AG ist leicht angespannt. Als Munisponsor war er für die Erstellung und den Unterhalt des Stalls für sämtliche Lebendpreise verantwortlich. Jetzt gilt es ernst: In den nächsten anderthalb Stunden werden der Siegermuni FORS vo dr LUEG, die sieben Rinder und drei Pferde erwartet und eingestallt. «Ich bin schon etwas nervös, aber es ist eine positive Nervosität», sagt er.

Tierarzt mustert Tiere beim Eintreffen

Hinten im Stall prüft Andreas Künzi die Liste der Tiere. Der erfahrene Tierarzt aus Erlenbach im Simmental ist als amtlicher Tierarzt für die Eintrittsmusterung des Munis, den drei Pferden und sieben Rinder angefragt worden.

Von der Emme weht permanent eine leichte Brise und bringt frische Luft in den beispiellos dekorierten Stall. Punkt viertel vor zehn Uhr fährt der erste Viehtransporter vor. «Ich habe auch den kürzesten Weg», sagt Fritz Aeberhardt und lacht. Er öffnet seinen Anhänger und führt stolz sein Rind Arlette in den Stall. Die Distanz von Aeberhardt's Betrieb zum Stall auf dem Festgelände ist in der Tat eine kurze und führt zum Teil übers eigene Land. Der erfolgreiche Züchter aus Kirchberg ist einer der Landbesitzer, der seien Boden für das Schwingfest zur Verfügung gestellt hat. Am Ort wo er gewöhnlich seine Fruchtfolge betreibt werden sich in zwei Wochen die Camper niedergelassen haben.

Ein emotionaler Moment

Praktisch gleichzeitig treffen die nächsten drei Rinder, das Fohlen von Hansueli Beer und Siegermuni Fors vo dr Lueg ein. Für Hans Bichsel, dem Halter des Swiss Fleckvieh Stiers ist es ein emotionaler Moment. «Drei Jahre haben wir immer wieder über diesen Tag gesprochen und jetzt ist er da.»
Und diesen grossen Moment lässt sich auch Fritz Kunz nicht entgehen. Er ist nicht nur der Eigentümer des Landes auf welchem der Stall steht, als Verwaltungsratspräsident der Kunz Kunath AG ist er gleichzeitig auch noch Munisponsor.

Im Gegensatz zu den anderen Tieren werden Quentin und Cobra nicht hingefahren. Hans Gerber hat die zwei Pferde eingespannt und fährt im Marathonwagen vom Mooshof in Zauggenried nach Burgdorf. «Für die Pferde ist es wichtig, dass sie jeden Tag arbeiten müssen. Sie bleiben so im Trainingsrythmus und sind im Stall ruhiger.» Von den beiden Freiberger Pferden beeindruckt ist auch Andreas Künzi. «Ich habe noch selten zwei junge Pferde mit solchen Gängen gesehen», sagt der Tierarzt.

Kurz vor dem Mittag erscheint Silvio Rüfenacht im Stall und erkundigt sich, ob alles gut gelaufen sei. Als Gabenchef trägt er die Verantwortung für Stall und Tiere. Der Schwingerkönig erhält guten Bescheid. Die Tiere sind vollständig und pünktlich eingetroffen und nach der Untersuchung für «gesund und recht» befunden worden. Auf den erfolgreichen Einzug darf angestossen werden. Die Munisponoren laden zum «Eufischuss» ein. So schön sagt man in Emmental dem Verzehr von Weisswein kurz vor dem Mittag.

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