16.05.2014 06:17
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Alter
Lebenserwartung steigt weltweit - Schweiz auf Rang zwei
Die Lebenserwartung hat sich weltweit seit 1990 im Durchschnitt um sechs Jahre erhöht. Die Schweiz belegt sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern den zweiten Platz.

Nach wie vor werden Frauen älter als Männer, wie aus der am Donnerstag in Genf veröffentlichten Jahresstatistik der Weltgesundheitsorganisation WHO hervorgeht. So erreicht ein im Jahre 2012 geborener Knabe nach globalem Durchschnitt erwartungsgemäss ein Alter von 68 Jahren, ein 2012 geborenes Mädchen wird bis zu 73 Jahre alt.

Japan und Island an der Spitze

Bei den Frauen steht Japan mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 87 Jahren an der Spitze, gefolgt von Spanien, der Schweiz und Singapur, die alle auf einen Wert von 85,1 kommen. Bei den Männern kommen neun Länder auf eine Lebenserwartung von über 80 Jahren. An der Spitze liegt Island mit 81,2, gefolgt von der Schweiz mit 80,7.

In zehn Ländern beträgt die Lebenserwartung für Frauen über 84 Jahre. Es sind dies Japan, die Schweiz, Spanien, Singapur, Italien, Frankreich, Australien, Südkorea, Luxemburg und Portugal. Für Männer liegt die Lebenserwartung in neun Ländern bei über 80 Jahren: In Island, der Schweiz, Australien , Israel, Singapur, Neuseeland , Italien, Japan, Schweden und Luxemburg.

Grosse Fortschritte

Laut Ties Boerma, Leiter des Gesundheitsstatistiken der WHO, ist die Lebenserwartung in Industrieländern gestiegen, weil immer weniger Männer und Frauen vor ihrem 60. Geburtstag an den Folgen von Herz-Kreislauferkrankungen sterben. In reichen Ländern werde der Blutdruck besser überwacht.

Die weitaus grössten Fortschritte wurden zwischen 1990 und 2012 jedoch in den armen Regionen der Welt erreicht. Um neun Jahre stieg laut WHO die Lebenserwartung in Entwicklungsländern, im Vergleich zu sechs Jahren im Durchschnitt aller Länder.

Die sechs Länder mit dem grössten Anstieg sind Liberia (von 42 auf 62 Jahre), gefolgt von Äthiopien (von 45 auf 64 Jahre) , den Malediven (von 58 auf 77 Jahre) Kambodscha (von 54 auf 72 Jahre) , Osttimor (von 50 auf 66 Jahre) und Ruanda (von 48 auf 65 Jahre).

Kluft zwischen Arm und Reich

«Ein wichtiger Grund ist, dass heute viel weniger Kinder sterben, bevor sie das fünfte Lebensjahr erreichen», sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan. Auch grosse Erfolge bei der Bekämpfung von Krankheiten wie Tuberkulose oder Krebs, aber auch Verbesserungen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage trugen zum weltweiten Trend des Älterwerdens bei.

«Jedoch gibt es immer noch eine tiefe Kluft zwischen Arm und Reich. Menschen in Ländern mit hohen Einkommen haben eine viel bessere Chance, lange zu leben, als jene in Ländern mit geringen Einkommen», sagte Chan.

Ein Knabe, der im Jahr 2012 in einem Industriestaat geboren wurde, wird erwartungsgemäss 76 Jahre alt. Das ist 16 Jahre älter als ein Bub in einem Entwicklungsland. Bei den Frauen ist der Unterschied noch grösser. Ein Mädchen aus einem Entwicklungsland hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 63 Jahren, bei einem aus einem Industriestaat beträgt sie 82 Jahre.

In neun afrikanischen Ländern beträgt die Lebenserwartung immer noch weniger als 55 Jahre, egal ob für Frauen oder Männer. Dies sind Angola, die Zentralafrikanische Republik, Tschad, Elfenbeinküste, Kongo, Lesotho, Mosambik , Nigeria und Sierra Leone.

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