2.10.2017 16:24
Quelle: schweizerbauer.ch - ber
Umfrage
Lohnt sich eine Umstellung auf Bio?
Noch drei Monate und das aktuelle Jahr neigt sich dem Ende zu. Für viele Jungbauern heisst dies, ab Neujahr den elterlichen Landwirtschaftsbetrieb zu übernehmen und diesen weiterzuführen. Nur wie? Lohnt es sich denn überhaupt noch, so zu bauern wie es der Vater in den letzten Jahre getan hat? Oder muss für eine nachhaltige Landwirtschaft eventuell eine Neustrukturierung oder gar eine Umstellung erfolgen?

Ausgangspunkt ist ein 13 Hektaren grosser Betrieb in der Bergzone 2, teils 3, der mit zehn Kühen auf Milchwirtschaft ausgerichtet ist. Auf das Neujahr steht die Hofübernahme des Sohnes an. Dieser sieht vor, den Betrieb weiterhin im Nebenerwerb zu führen. Weil die Lage auf dem Milchmarkt zur Zeit alles andere als erfreulich ist, zieht der Junglandwirt eine Umstellung auf Bio in Betracht.

Zurzeit wird die Milch der Aaremilch geliefert. Verarbeitet wird der Rohstoff bei Nestlé in Konolfingen. Bei einer Umstellung auf Bio würde der Junglandwrit gegen 20 Rappen mehr pro Kilo Milch verdienen. Die Preise von Futter und Bio-Kontrollen liegen aber deutlich höher als im konventionellen Bereich. Zudem gäbe es mehr Auflagen (bsp. RAUS -->Regelmässiger Auslauf im Freien), die erfüllt werden müssen.

Umstellungsphase

Die Umstellungsphase von einem konventionell geführten Betrieb auf Bio beläuft sich auf zwei Jahre. Während dieser Zeit ist der finanzielle Aufwand für die Futterbeschaffung sowie der Arbeitsaufwand für die geforderten Auflagen bereits ohne den Ertrag aus Bioproduktionsweise zu bewältigen. Wie sich die Lage in der Schweizer Landwirtschaft, insbesondere der Milchwirtschaft bis dahin entwickeln wird, weiss niemand.

Wie ist Eure Meinung zur Situation des Junglandwirten? Wie würdet Ihr entscheiden? Würdet Ihr gar eine Umstellung auf Mutterkuhhaltung in Betracht ziehen? Diskutieren Sie mit und stimmen sie ab.

Anteil Bio-Betriebe in der Schweiz

Per 1. Januar 2017 haben sich 386 Betriebe neu bei Bio Suisse angemeldet. Einen solch hohen Zuwachs konnte zuletzt in den 90-er Jahren verzeichnet werden. Aktuell arbeiten 6'144 Produzenten nach den Richtlinien von Bio Suisse. In der Schweiz werden rund 140'000 Hektar Land biologisch bewirtschaftet. Dies entspricht einem Anteil von 13,4 Prozent an der gesamten Landwirtschaftlichen Nutzfläche.

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