6.08.2017 17:03
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Maiserntezeit ist Unfallzeit
Trotz technischer Verbesserungen der Maschinen verzeichnet die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) während der Maisernte jedes Jahr hohe Unfallzahlen.

Die SVLFG und das Deutsche Maiskomitee (DMK) haben deshalb gemeinsam zu besonderer Vorsicht aufgerufen. Nach ihren Angaben stehen Unfälle mit Mähdreschern, Ladewagen, Ballenpressen und Feldhäckslern ganz vorn in der Statistik stünden. Ein wichtiger Schritt bei der Vorbeugung sei daher die gute Vorbereitung, einschließlich der Überprüfung aller Maschinen auf dem Feld, in der Transportkette und bei der Silagebereitung.

Konkrete Gefahren sieht Sebastian Dittmar von der SVLFG beim Feldhäcksler als Schlüsselmaschine bei der Maisernte. Die meisten Unfälle ereigneten sich im Zusammenhang mit Entstörungsarbeiten, da Verstopfungen im Gutflusssystem oft manuell entfernt würden. Wenn die Bediener dabei die Schutzeinrichtungen der Häckseltrommel oder den Wurfbeschleuniger entfernen müssten, berge das ein großes Gefahrenpotential.

Mangelnde Sichtbarkeit bei Transporten


Sobald der Hauptantrieb abgeschaltet ist, kann der Nachlauf laut Dittmar bis zu zwei Minuten betragen. Diese Zeit müsse unbedingt abgewartet werden, bevor man in die Maschine greife. In der Häckselkette gilt dem SVLFG-Mitarbeiter zufolge die mangelnde Sichtbarkeit bei Transporten als Hauptunfallursache. Vor der Ernte sollten von daher alle Maschinen mit Blick auf Beleuchtung, Reifen, tragende Teile, Bremsen oder Anhängerkabel überprüft werden. Saubere retroreflektierende Folien seien ein geeignetes Mittel, um landwirtschaftliche Gespanne in der Dunkelheit besser sichtbar zu machen.

Dittmar wies auch darauf hin, dass die oft hohen Geschwindigkeiten der Gespanne von bis zu 60 km/h beim Transport einen weiteren Gefahrenpunkt bei der Maisernte darstellten. Angepasste Geschwindigkeiten hätten nachhaltige Effekte auf die Sicherheit und die Akzeptanz. Beim Silagelager sei es vor allem wichtig, Regeln für den unternehmensfremden Personenverkehr aufzustellen, um insbesondere interessierte Kinder und Jugendliche, aber auch ältere Personen zu schützen. Beim Verdichten des Erntegutes sollten Ab- und Umstürze von Fahrzeugen vermieden werden, indem ausreichend Abstand zu den Rändern des Silos eingehalten und die Lagerstätten nicht zu hoch und steil angelegt werden. 


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