18.03.2020 17:46
Quelle: schweizerbauer.ch - khe
Gesundheit
Marktfahrer bitten um Hilfe
Der Bundesrat verbietet wegen der Coronavirus-Pandemie Märkte in der Schweiz. Viele Landwirte können ihre Produkte nicht mehr verkaufen. Nun wendet sich der Verein Berner Markt in einem offenen Brief an die Bundespräsidentin.

Am Montagabend beschloss der Bundesrat, alle Schweizer Märkte zu schliessen. Die Bauern sind verzweifelt. Für viele ist der Absatz auf dem Wochenmarkt überlebenswichtig. Nun bittet der Verein Berner Markt Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga in einem offenen Brief um Hilfe. Ob sie, die vergangenen Samstag noch auf dem Wochenmarkt vor dem Bundeshaus Gemüse eingekauft hat, den Landwirten hilft? 

20 Prozent der Lebensmittel müssen entsorgt werden

Rund 20 Prozent der Schweizer Lebensmittel (Früchte und Gemüse) würden direkt vermarktet. Diese müssten nun entsorgt werden oder verderben, weil die Märkte geschlossen sind. Importe seien derzeit erschwert, bei einem Eigenversorgungsgrad von 50 Prozent werde es deshalb zu Engpässen in der Lebensmittelversorgung kommen. In dieser kritischen Lage Lebensmittel verderben zu lassen, werde von der Bevölkerung nicht verstanden, so die Zeilen der Marktfahrer.

Kundenzonen markieren

Die Grossverteiler dürften weiterhin ihre Ware uneingeschränkt verkaufen, während die regionalen Produzenten massiv eingeschränkt seien. Das gehe nicht. Viele kleinere Betriebe würden von der Direktvermarktung leben und gerieten ohne den Markt rasch in existenzielle Probleme.

Das Ansteckungsrisiko in geschlossenen Supermärkten sei höher als auf dem Markt. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen verdünne sich die Konzentration des Viruses im Freien rasch. Die Betroffenen unterbreiten Vorschläge für Massnahmen. Eine Möglichkeit sei es, dass die Marktstände weiter voneinander entfernt aufgestellt und Kundenzonen markiert werden, um das Social Distancing zu gewährleisten. Zudem könnten Hinweisplakate mit den vom Bundesrat strikte zu befolgenden Massnahmen aufgestellt werden. Auch würden auf dem Markt keine Einkaufswagen benötigt, welche potenzielle Ansteckungsherde sind. Es sei sehr gut möglich, die empfohlene Distanz zwischen zwei Personen zu wahren, da auf dem Markt mehr Platz vorhanden sei.

Alle diese Gründe, so die Landwirte, würden dafür sprechen, den Markt aufrechtzuerhalten. 

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