24.07.2013 09:14
Quelle: schweizerbauer.ch - Jacqueline Graber
Esaf 2013
Matthias Sempach - Ein Anwärter auf den Titel
Matthias Sempach wird vielerorts als neuer Schwingerkönig gehandelt. Doch der 27-Jährige bleibt im Vorfeld des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Burgdorf (ESAF 2013) realistisch.

Matthias Sempach macht sich parat für das Training. Sitzend, auf einem weissen Gartenstuhl, legt er zum Schutz seiner Schienbeine Hartschalen an. Es ist Dienstagabend. Wie meist an diesem Wochentag ist der 27-Jährige auf dem Aussenschwingplatz beim Restaurant Löwen im bernischen Kernenried anzutreffen. Vor den Augen von rund 40 Zuschauer absolvieren zuerst die Jungschwinger ihr Training, danach die Erwachsenen.

6 bis 7 Trainings pro Woche

Ihm gefalle das Sommertraining im Freien, sagt Sempach, der sich sonst in den Schwingkellern Kirchberg BE und Willisau LU auf die Wettkämpfe vorbereitet. Sempach trainiert sechs bis sieben Mal pro Woche, dazu gehören auch Kondition- und Krafttrainings. Oft und gerne schwingt er mit seinem um ein Jahr älteren Bruder Stefan, der ebenfalls Mitglied im Schwingklub Kirchberg ist. Doch Stefan muss momentan wegen einer Knieverletzung pausieren.

Training intensiviert

Im Hinblick auf das Eidgenössische Schwing- und Älperfest in Burgdorf Ende August hat Matthias Sempach noch an Trainingseinheiten zugelegt. Zudem war er Anfang Jahr für vier Wochen in einem Trainingslager in Neuseeland. Der Athlet gehört zu den Spitzenschwingern und wird vielerorts bereits als neuer Schwingerkönig gehandelt. Natürlich werde er am Wettkampf nervös sein. Aber das seien alle andern Schwinger auch, sagt Sempach. 

Und wenn ihm am 1. September der grosse Wurf gelingen und er den Königstitel holen würde, «so ginge für mich ein Bubentraum in Erfüllung», sagt Sempach, der jedoch realistisch bleibt: «Es gibt noch mindestens zehn weitere Schwinger, die das Potenzial zum König haben.»  Er liebe am Schwingsport den Zweikampf und den Geruch des Sägemehls, sagt Sempach, der mit der Sportart als siebenjähriger Junge begonnen hat. Bereits ein Jahr später bestritt er seinen ersten Wettkampf.

77 Kränze

Seinen ersten Kranzfestsieg feierte er im Jahre 2006 auf dem Weissenstein. Mittlerweile hat er 77 Kränze, davon 2 Eidgenössische. In diesem Jahr wird Matthias Sempach an 13 Wettkämpfen teilnehmen. In seiner Karriere hat er schon zahlreiche Lebendpreise gewonnen, darunter «schätzungsweise zehn Muni», sagt der 1,94 Meter grosse und 110 kg schwere Sportler. Wenn er ein Rind gewinnt, das ihm gefällt, stellt er das Tier jeweils beim befreundeten Landwirt Simon Brügger in Willadingen in den Stall. 

«Derzeit habe ich nur noch ein Holstein-Rind» sagt der gelernte Landwirt und Metzger, der 50 Prozent in einer Metzgerei arbeitet.  Mehr liege nebst dem Training und den Wettkämpfen nicht drin. Weiter schenken zeitlich auch die zahlreichen Medien- und Promoauftritte ein, die der Kranzschwinger regelmässig wahrnimmt. Sempach schätzt, dass diese aufs Jahr gerechnet rund einen Monat ausmachen.

Hilft auf Bauernhof mit

In seiner knapp bemessenen Freizeit ist Sempach, der mit seiner Lebensgefährtin Heidi Jenny in Alchenstorf wohnt, oft auf dem Betrieb von Brügger anzutreffen. Zumal die Viehzucht eines seiner Hobby ist und «ich gerne bei der Arbeit auf dem Bauernhof mithelfe».

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE