8.10.2017 07:24
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Ernährung
Mehr Bio in öffentlichen Küchen
Eine weitaus umfangreichere Verwendung ökologisch erzeugter Lebensmittel in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung ist aus Sicht des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) möglich. BÖLW-Geschäftsführer Peter Röhrig verwies bei einem Fachgespräch zu diesem Thema auf Kopenhagen und Aarhus als Beispiele der Praktikabilität.

Rund 1'600 öffentliche und private Küchen hätten innerhalb von zehn Jahren einen Bioanteil von 90 % bei weitgehend konstantem Budget realisiert. Die Grundlage dafür sei eine grundlegende Umstellung des Verpflegungssystems.

Als positive Folgen zählte der BÖLW-Geschäftsführer die Verwendung von mehr Frischzutaten, weniger Fertigprodukten und eine „drastische“ Reduzierung der Lebensmittelverluste. Voraussetzung einer solchen Umstellung sind laut Anne-Birgitte Agger von der Beratungseinrichtung „House of Food“ politischer Wille und eine individuelle Beratung.

Küchenteam soll Konzept selbst umstellen

Agger riet in Berlin dazu, die Akteure in den Küchen in eine aktive Rolle zu bringen und die Küchenteams ihre Konzepte selbst umstellen zu lassen. Eine Ergänzung durch „weniger eindeutig definierte Nachhaltigkeitsaspekte wie Regionalität und Saisonalität“ können nach Aussage von Rainer Roehl vom Beratungsunternehmen a’verdis auch noch nachträglich ergänzt werden.

Der klare Fokus müsse auf „Bio als Kern“ liegen. Aus Verwaltungssicht wurde diese Aussage von Astrid Engel unterstrichen, die für das „Netzwerk der deutschen Bio-Städte“ arbeitet.

"Bio für Kommunen"

Sie stellte auch den Leitfaden „Bio für Kommunen“ vor, der Hilfe bei der Berücksichtigung von ökologischen Zielen in Ausschreibungen geben soll und Ratschläge zur Umsetzung eigener Biokonzepte bereitstellt. Nach Ansicht von Michaela Haack von der Hochschule Eberswalde müssen zur konkreten Umsetzung aber erstmal handfeste Zielsetzungen von den Verwaltungen in die Ausschreibungstexte übertragen werden.

Die Trägerin des Forschungspreises Bio-Lebensmittelwirtschaft berichtete über den großen Nutzen von „Interessentenkonferenzen“. Sie böten die Gelegenheit, rechtskonform bereits im Vorfeld einer Ausschreibung wichtige Fragen mit potentiellen Anbietern zu diskutieren. 

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