4.08.2018 10:43
Quelle: schweizerbauer.ch - sal/sda
St. Gallen
Mehr Steinschlag wegen Dürre
Angesichts der völlig ausgetrockneten Böden verlieren Steine an Hängen ihren Halt. So etwa auf der Schafalp Säss im Rheintal am Gamserberg SG. Dort wird jetzt noch einmal gesäubert.

Die Einsatzzentrale der Rega wurde am Mittwoch gleich zwei Mal wegen Steinschlägen alarmiert. Eine junge Frau war auf einer Alpweide bei Alpiglen Oberberg im Berner Oberland von einem Stein getroffen und schwer verletzt worden.

Kurz darauf ging die Meldung ein, dass auf der Allmenalp oberhalb von Kandersteg BE ein Vater und ein Kleinkind durch einen Steinschlag verletzt worden waren. Schon einige Wochen her ist, dass ein Junge am Morteratschgletscher bei Pontresina GR von einem Stein tödlich getroffen wurde.

Zusätzliche Räumungsaktion

Aber auch die Alpwirtschaft ist direkt betroffen. Auf dem Schafberg Säss, oberhalb von Gams SG im Rheintal, werden jedes Jahr rund 1000 Schafe gesömmert. Wegen der extremen Trockenheit erhöht sich auch in dieser Gegend die Steinschlaggefahr, da sich die Steine von der Erde lösen, so ihren Halt verlieren und ins Rollen kommen.

Hanspeter Lenherr, Verwaltungsschreiber der Ortsgemeinde Gams, in deren Eigentum die Alp Säss ist, bestätigt auf Anfrage die Steinschlaggefahr in dieser Region. Aufgrund der topographische Lage werden auf der Alp Säss, jeweils vor der Alpauffuhr im Rahmen der Weidepflege auf lockere Steine geachtet und diese entfernt. Als vorbeugende Massnahme zum Schutz der aufgetriebenen Schafe und der Berggänger wird in diesen Tagen eine zusätzliche Alpsäuberung durchgeführt.

«Nicht mehr Schafe abgegangen»

Laut Informationen aus der lokalen Bevölkerung sind auf der Alp Säss in den letzten Wochen einige Schafe bzw. mehr Schafe als in anderen Jahren wegen Steinschlag abgegangen. Das stellt Lenherr in Abrede. Er schreibt dazu: «Uns liegt sehr viel daran, dass der Hirt und die uns anvertrauten Schafe im Herbst wieder gesund nach Hause kommen. Die

 zusätzliche Räumungsaktion gilt als Präventivmassnahme zum Schutze von Mensch und Tier!» Die Schafe auf dem Schafberg Säss seien behirtet und würden alle 3 Wochen kontrolliert und auch gezählt. Die letzte Zählung habe vor 10 Tagen stattgefunden. «Bei dieser Zählung wurden keine überdurchschnittlichen Abgänge festgestellt», betont Lenherr. 

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