10.07.2018 13:51
Quelle: schweizerbauer.ch - Esther Schneiter
Blog
Melken in den «Nottank»
Esther Schneiter ist zurück auf schweizerbauer.ch. Nach den Blogs aus Neuseeland, von der Alp Meienfall im Diemtigtal und der Alp Pfidertschegg im Eriz, wird Esther in den kommenden Monaten wieder aus ihrem Leben als Lehrerin, Landwirtin und Lernende berichten.

Mit dem Schulschluss, der Bio-Kontrolle, dem Baustart der neuen Strasse, einer Sitzung wegen der Heizung und anderem mehr hatten wir eine Woche, in der wir ungewöhnlich viele Termine realisierten. 

Übernachten im Schulhaus als Perle

Die Schüler und Schülerinnen wünschten sich als Abschluss eine Übernachtung auf dem Schulgelände. So trafen wir uns am Dienstagabend, um zu grillen und zu spielen. Seit ich in diesem Alter war, hat sich vieles geändert. Doch eines ist geblieben; schon bei mir war es das höchste der Gefühle, wenn man eine ganze Nacht nicht schlief. «dürä mache», nannten wir es. 

Bei unserem Abschluss letzte Woche in Unterlangenegg war es nicht anders. Einige Schüler schliefen keine einzige Sekunde. Eine Nachtwanderung, Fussball und Werwolf spielen, ums „Lagerfeuer“ sitzen und mitten in der Nacht duschen war viel aufregender. So war ich am Mittwoch in der grossen Pause froh, dass ich die übermüdeten und überzuckerten Kinder den Eltern abgeben konnte. 

Ich beobachtete einmal mehr, wie gut es die Kinder untereinander haben und wie viel wir gemeinsam lachen. Dies hat mir die Verabschiedung am Donnerstag nicht einfacher gemacht. 

Termine verlaufen nach Plan

Die vielen Termine sind nach Plan verlaufen. Dies freut uns sehr und ist nicht selbstverständlich. Beispielsweise bei der Bio-Kontrolle, wir sind ein Umstellungsbetrieb im zweiten Jahr, gab es keine Beanstandungen. Zum Glück ist bei uns Töbu für die Büroarbeiten, die den Betrieb betreffen, zuständig. Ich bin froh, dass er alle Formulare richtig ausgefüllt und so abgelegt hat, dass er sie schnell wieder findet. Ich wäre da wohl um einiges nachlässiger und chaotischer.

Baustart mit kleinem Zwischenfall geglückt

Am Montag fuhr der grosse Bagger auf. Die Strasse auf die Pfidertschegg wird zuerst im unteren Teil saniert. Die beiden Arbeiter machen ihren Job sehr gut und bald war eine Verbauung bei einem Bach und eine Verbreiterung zu sehen. 

Im Vorfeld hatten wir einen kleinen Kummer, ob wir jeweils die Strasse passieren können, wenn wir mitten im Vormittag mit der Milch auf den Talbetrieb fahren wollen. Doch die Sorgen erwies sich als unbegründet. Am Abend, wenn wir nach oben fahren, ist auf der Baustelle meist Feierabend. Nicht so am Freitag. Wir wunderten uns, denn es war schon fast 18 Uhr.

Strasse wegen Regen gesperrt

Da der Plan wegen den grossen Regenmengen nicht ganz aufging, war die Strasse gesperrt. Wir marschierten zu Fuss zur Hütte und melkten in den alten «Nottank». Wir mieten im Sommer jeweils einen Transporttank, in diesem Sommer hat er sogar ein funktionstüchtiges Kühlaggregat aufgebaut.

So wird der stationäre Tank oben nicht mehr gebraucht. Eigentlich wollten wir ihn bereits entsorgen, doch die Zeit fehlte, so stand er noch als «Nottank» rum. Es war gegen halb acht, als die Strasse wieder notdürftig und mit viel Mut befahrbar war.

Söilifest sausen lassen

Mit dem Wetterwechsel am Samstag wurden auch unsere Mähmaschinen wieder in Betrieb genommen. Acht Hektar galt es zu mähen. Da wir beide müde waren und nicht noch einmal das Bachbett queren wollten, liessen wir die Einladung zum Söilifest (Spanferkel essen) sausen.

Dafür aber half ich am Sonntag bei der Fahrni-Chilbi im Service. Zum einem mache ich dies gerne, zum anderen ist es auch ein bisschen Integration im Dorf. Töbu ging weiter mähen. So werden wir in der kommenden Woche weitere Rundballen pressen lassen. So wird die Bühne langsam mit Emd gefüllt.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE