5.02.2015 07:29
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Menschen sind von Natur aus treu oder untreu
Menschen lassen sich offenbar in zwei Kategorien aufteilen - in einen eher treueren Teil und den anderen Teil, der nach sexuellen Abenteuern sucht. Zu diesem Schluss kommen Wissenschafter der britischen Universität Oxford in einer Studie.

Die in der Fachzeitschrift «Biology Letters» veröffentlichte Untersuchung könnte erklären, warum sich Menschen von anderen Säugetieren unterschieden - diese sind entweder nur monogam oder nur polygam.

Verhältnis der Länge von Zeige- und Ringfinger

Es scheine bei Männern wie Frauen eine Gruppe zu geben, die von Natur aus zur Treue neige, sagt der Psychologe Rafael Wlodarski, einer der Autoren der Studie. Die andere Kategorie neige hingegen eher dazu, die Sexpartner zu wechseln. Die Wissenschafter stützten sich zum einen auf eine Internet-Befragung von 585 Personen in Grossbritannien und den USA im Alter zwischen 18 und 63 Jahren. Das Durchschnittsalter lag bei knapp 25 Jahren.

Ausserdem verglichen die Forscher bei 1314 Briten und Britinnen das Verhältnis der Länge von Zeige- und Ringfinger. Dieses Verhältnis gibt früheren Untersuchungen zufolge Aufschluss über die Menge des männlichem Geschlechtshormons Testosteron, dem ein Fötus im Mutterleib ausgesetzt war. Je länger der Ringfinger im Vergleich zum Zeigefinger ist, umso höher war die Konzentration von Testosteron im Mutterleib. Eine hohe Konzentration von Testosteron wiederum begünstigt Statistiken zufolge ein eher polygames Verhalten.

Noch andere Faktoren

Zusammengenommen ergab das Ergebnis beider Untersuchungen, dass 57 Prozent der Männer zu Seitensprüngen und 43 Prozent zur Treue neigen. Bei Frauen ist das Verhältnis umgekehrt: 53 Prozent neigen demnach dazu, ihrem Partner treu zu bleiben, während 47 Prozent Seitensprüngen nicht abgetan sind.

Die Untersuchung der Länge des Ringfingers für sich alleine genommen lässt darauf schliessen, dass die Zahl der potenziell untreuen Menschen insgesamt höher ist - bei den Männern sind es demnach 62 Prozent, bei den Frauen 50 Prozent. Robin Dunbar von der Universität Oxford rät allerdings dazu, das Ergebnis dieser Untersuchungen mit Vorsicht zu interpretieren. «Das menschliche Verhalten wird von vielen Faktoren beeinflusst, beispielsweise vom sozialen Umfeld und von den Lebenserfahrungen,» gibt er zu bedenken.

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