16.04.2018 19:10
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Zürich
Mieser Sommer?Böögg explodiert spät
Der Sommer 2018 wird eher mies - wenn es nach dem Zürcher Böögg geht: Es dauerte 20 Minuten und 31 Sekunden, bis der Kopf des Schneemanns explodierte. Damit gehört er zu den langsameren der letzten Jahre.

Der Volksmund sagt: Je schneller der Kopf des Bööggs explodiert, umso schöner wird der Sommer. Mit einer Zeit von über 20 Minuten stehen die Zeichen für dieses Jahr jedoch auf Sturm: In den vergangenen 10 Jahren ging es nur viermal noch länger.

2017 zuverlässig

Zwar blieb am Montag in den letzten Minuten nicht mehr viel vom Körper des Bööggs übrig und es knallte oft und laut - sein Kopf hielt sich jedoch hartnäckig, während die Reitergruppen um das Feuer ritten. Wie gut diese Wettervorhersage tatsächlich ist, wird sich aber erst zeigen. Zumindest im vergangenen Jahr erwies sich der Böögg als sehr zuverlässig: Sein Kopf explodierte nach 9 Minuten und 56 Sekunden - und prophezeite damit einen guten Sommer. Und der Schneemann behielt recht: Der Sommer 2017 war der drittwärmste seit Messbeginn im Jahr 1864.

Angezündet wurde der 3,4 Meter hohe Schneemann, der auf einem 10 Meter hohen Scheiterhaufen stand, pünktlich um 18 Uhr von Elisabeth Ackermann, Regierungspräsidentin des diesjährigen Gastkantons Basel-Stadt. Der Kanton bereicherte das Zürcher Frühlingsfest nach 1993 zum zweiten Mal.

Zürcher braten Würste am Feuer

Nach dem Bööggverbrennen ging es für die Zünfter weiter: Sie zogen sich zum Essen in ihre Zunftstuben zurück und besuchten anschliessend die anderen Zünfte. Die Zürcherinnen und Zürcher trafen sich derweil zum beliebten «Volkswurstbraten», bei dem auf den Überresten des Böögg-Feuers grilliert wird.

Das Sechseläuten geht zurück auf einen jahrhundertealten Brauch: Wenn im alten Zürich die Abende wieder heller wurden und die Kirchenglocken erstmals wieder um 18 Uhr statt schon um 17 Uhr zum Feierabend läuteten, trafen sich die Jungen auf den Plätzen und zündeten Scheiterhaufen mit Strohmännern an.

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