5.11.2014 17:14
Quelle: schweizerbauer.ch - Pamela Fehrenbach
Milch
Milchschnauz-Produzentinnen
Seit 7 Jahren organisiert Bäuerin Marianne Jungo den Tag der Pausenmilch in der Schule Schmitten FR. Zusammen mit vier Kolleginnen schenkt sie an 365 Schüler Milch aus. Die Milch dafür kommt aus der ortseigenen Käserei.

Endlich Pause! Die Klingel schrillt. Die Kinder räumen rasch ihre Unterlagen in die Pulte und strömen lachend auf den Schulhof. Sie freuen sich auf die Pause und aufs Znüni – ein Becher Pausenmilch wartet auf sie!  Alles ist bereit, Marianne Jungo und ihre Helferinnen haben bis zur letzten Minute mit Hochdruck vorbereitet. «Es wird halt jedes Mal wieder eng, das lässt sich kaum verhindern», betont Marianne Jungo, froh, dass alles bereit steht.  

Vorbereitung

Der Tag der Pausenmilch beginnt für die Bäuerin aus Lanthen FR bereits vor den Sommerferien. «Die Schule ist froh, wenn wir möglichst früh das Datum durchgeben können.» Die Schule ihrerseits informiert frühzeitig, mit wie vielen Schülern zu rechnen ist. Rund 300 Schüler werden an diesem Tag der Pausenmilch in Schmitten erwartet. Marianne Jungo hat dementsprechend bei den SMP Broschüren für die Kinder und die Shakepulver, und bei  bei der Käserei Lanthen die Milch bestellt. 

Geld muss die Bäuerin dazu nicht in die Hand nehmen. Die Milch wird direkt von den SMP bezahlt. «Bisher hat das auf jeden Fall immer geklappt, hoffen wir, auch dieses Mal», scherzt sie.

Am Morgen gehts los

Am Vorabend wird die Ovo in warmer Milch konzentriert angemacht «Ovopulver löst sich in kalter Milch schlecht», weiss Marianne Jungo. Am Morgen dann gehts in die Käserei, die Milch abholen. «Unser Käser Markus Sturny füllt uns die Milch immer so in Kannen ab, dass wir sie noch tragen können», ist Marianne Jungo froh. Inzwischen sind ihre Helferinnen dazugestossen. 

In den Jeep von Claudia Reidy, auch sie Bäuerin aus Lanthen, passen die drei Milchkannen mit den 80 Liter frisch pasteurisierter und gekühlter Milch prima rein. Viertel nach neun,  die Uhr tickt. Rasch wird in die Schule verschoben, wo die Schule bereits Tische, bestückt mit Krügen aus der Schulküche, aufgestellt hat. «Alle helfen mit, diese Wertschätzung tut gut. Denn es ist Arbeit, trotz allem.»

Achtung, fertig, los

Die fünf Frauen stellen Becher auf, rühren die Milchshakes an. Vanille, Erdbeer, Ovo und pure Milch werden aufgetischt. Jetzt muss es schnell gehen. Die Pausenklingel ertönt, und die Schüler strömen heraus. Gottseidank sind die Kindergartenkinder früher gekommen und trinken bereits zufrieden ihre Milch. «Vanille, ich möchte Vanille!» tönts «Nein, Erdbeer ist doch viel feiner» hält es rechts dagegen. Katja Rappa, im Moment Frau Erdbeershake, hat viel zu tun.

Auch Vreni Zurkinden, welche die Vanilleshakes ausschenkt hat viel zu tun. Ruhiger ists bei Nicole Lauper, sie ist zuständig für Ovo und pure Milch. «Vanille und Erdbeer laufen am besten» erklärt Marianne Jungo, welche die «Front» mit Material versorgt und ständig zwischen Milchkannen und Ausschank pendelt. Da gehen plötzlich die Becher aus. Wo sind nun schon wieder die Reservebecher? Nach kurzer Hektik sind sie gefunden – ausser der Organisatorin hat kaum jemand die kleine Panne bemerkt. Die Kinder sind zufrieden, und einige Leckermäulchen stehen nochmals an. 

Der Ansturm ist vorbei

Und so plötzlich, wie es angefangen hat, ist der Ansturm wieder vorbei. Die Klingel ertönt – und die Kinder sind weg. Ebenso die 80 Liter Milch. Die Frauen stossen mit den letzten Bechern auf die gelungene Aktion an und kaum zehn Minuten später sieht man nichts mehr vom Tag der Pausenmilch. Hier und da ein leerer Becher und ein paar Erinnerungen an zufriedene Kindergesichter mit legendären Milchschnäuzen und -bärten werden bleiben.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE