29.11.2017 11:52
Quelle: schweizerbauer.ch - ber
Werbung
Milchwerbung nicht irreführend
In diesem Sommer warb Swissmilk mit der Botschaft «Übrigens, Schweizer Kühe sind glückliche Kühe, dank Familienanschluss und Weidehaltung». Tierrechtler sahen diese Kampagne als Provokation und reichten Beschwerde ein - bisher ohne Erfolg.

Der Dachverband der Schweizer Milchproduzenten (SMP) startete diesen Sommer eine Kampagne um für einheimische Milch zu werben. Die Werbeplakate zeigten fünf Kälber, mit dem dazugehörigen Spruch «Übrigens, Schweizer Kühe sind glückliche Kühe, dank Familienanschluss und Weidehaltung».

Die Organisation Animal Rights wertete diese Botschaft als Provokation. Es sei «irreführend und unwahr» lautete die Kritik. Kurz nach der Geburt würden die Milchkühe von ihren Kälbern getrennt. Danach würden die Jungtiere alleine im Iglu gehalten oder für die Kalbfleischproduktion geschlachtet. Für die Tierrechtler ist die Trennung der sozialen Tiere mit grossem Leid verbunden.

Argumentation aufgelaufen

Bei der Schweizerischen Lauterkeitskommission, der Institution der Kommunikationsbranche, welche prüft, ob Werbung die Konsumenten in die Irre führt, sind sie nun mit dieser Argumentation aufgelaufen. Obwohl die Entscheide dieses Gremiums rechtlich nicht bindend sind, erlangen sie dennoch Wirkung.

In einem Artikel schreibt der Bund
: «Firmen, die wegen unlauterer Werbung am Pranger stehen, droht ein Imageschaden. Deshalb respektieren sie die Entscheide der Kommission meist anstandslos. Oftmals genügt allein schon der Eingang einer Beschwerde, damit ein Unternehmen eine strittige Aktion stoppt.»

Beschwerde abgelehnt


Die Zweite Kammer der Kommission stützt im besagten Fall den Standpunkt von Swissmilk. Mit Familienanschluss sei der Anschluss an eine Bauernfamilie gemeint. Der Durchschnittskonsument würde die Sache so verstehen, dass diese Kühe in den Kreis einer Bauernfamilie einbezogen würden. Ebenfalls sei sich der Durchschnittskonsument bewusst, dass der Grossteil der Schweizer Bauernhöfe familiengeführt seien.

Deshalb hat die Kommission zum Ärger der Tierrechtler die Beschwerde abgelehnt. Diese wiederum befinden den Entscheid als «realitätsfremd» so der Bund weiter. Vizepräsidentin von Animal Rights, Céline Schlegel argumentiert: «Die Kampagnenbilder zeigten keine Menschen, sondern einzig Gruppen von Kälbern.» Sie ist der Meinung, das Wort «Familienanschluss» würde sich nur auf die Kuhfamilie beschränken, nicht auf das Zusammenleben mit Bauernfamilie und Tiere.

Swissmilk nahm den Entscheid zur Kenntnis und setzte die Kampagne nicht weiter ein. Die Schweizer Milchproduzenten gaben in Auftrag, die Plakate zu überkleben. Trotzdem ist die Sache noch nicht ausgestanden. Die Tierrechtler werden Rekurs einlegen. 

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