14.07.2014 17:35
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Unwetter
Millionenschäden wegen Starkregen
Das Unwetter vom Wochenende hat Schäden in Millionenhöhe verursacht. Die von einem Erdrutsch verschüttete Bahnlinie Bern-Freiburg konnte bis Montagmittag wieder befahren werden.

Besonders heftig geregnet hatte es zwischen Samstagmittag und Sonntagmorgen in der Region Freiburg/Bern und im Raum Frauenfeld und Winterthur. Zahlreiche Keller und Gebäude wurden überflutet.

Bern: 100 Schadensmeldungen

Allein bei der Gebäudeversicherung Bern (GVB) gingen bis Montagmittag rund 100 Schadenmeldungen ein, die meisten wegen mit Wasser gefüllter Keller. «Wir erwarten insgesamt 200 bis 300 Schadenmeldungen. Aufgrund der Erfahrung gehen wir davon aus, dass sich die Schadensumme auf 4 Millionen Franken belaufen wird», schreibt die GVB auf Anfrage.

Der Gebäudeversicherung Thurgau (GVTG) sind bisher rund 60 Meldungen wegen Überschwemmungen bekannt. «An Gebäuden sind Schäden zwischen einer halben und einer Million Franken entstanden», sagte Fredy Weber, Leiter Versicherungs- und Schadendienst bei der GVTG.
Weber schätzt, dass nach dem verregneten Wochenende insgesamt rund 100 Schadenmeldungen eingehen werden. «Viele Leute sind noch in den Ferien und haben den Schaden an ihrem Haus vielleicht noch gar nicht bemerkt.»

Bern-Freiburg wieder offen

Verschiedene Strassen und Bahnlinien waren am Wochenende wegen Erdrutschen oder Überschwemmungen gesperrt worden. Bis Montag konnten die meisten Verkehrsverbindungen wieder geöffnet werden. Die seit Samstag gesperrte Bahnstrecke Bern-Freiburg war am Montagmittag wieder für alle Züge befahrbar.

Grund für die Sperrung auf der wichtigen Zugstrecke war ein Hangrutsch bei Flamatt FR gewesen. Die Kosten für die Aufräumarbeiten und für die Sicherung des Hangs seien noch nicht bezifferbar, sagte ein SBB-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Das Gleis sei aber nicht beschädigt worden. Es seien keine grösseren Steine auf das Trassee gefallen, nur Schlamm und Schutt.

Auch die Bahnstrecke Montreux-Zweisimmen konnte am Montag geräumt und wieder freigegeben werden. Voraussichtlich bis Mittwoch gesperrt bleibt hingegen die Bahnverbindung zwischen Bern und Schwarzenburg. Bei Mittelhäusern ist der Bahndamm über- und unterspült worden. Ein Sprecher der Privatbahn BLS sagte auf Anfrage, sein Unternehmen schätze die Kosten für die Reparatur der Bahnlinie vorsichtig auf 50'000 bis 70'000 Franken.

Schutzwände in Bern abgebaut

Entwarnung gab es am Montag für die meisten Seen und Flüsse, die übers Wochenende teilweise kritische Pegelstände erreicht hatten. In der Stadt Bern wurden die am Samstag aufgestellten Schutzwände wieder abgebaut und die Uferwege entlang der Aare nach und nach freigegeben.

Erhöht bleiben gemäss dem Naturgefahrenbulletin des Bundes die Ausflüsse von Vierwaldstätter-, Thuner- und Bielersee. Kleinere und mittlere Fliessgewässer am Alpennordhang könnten von Montag auf Dienstag sogar noch einmal markant steigen. Weil die Böden mit Wasser gesättigt sind und sich die Wasserstände bereits auf einem erhöhten Niveau befinden, reagieren die Fliessgewässer rascher, heisst es auf der Seite des Bundes.

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