6.05.2014 09:02
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Mit Stroh Ölteppiche binden
Es saugt die Öllache auf, schwimmt auf dem Wasser und kann dann eingesammelt werden: Empa-Forschende haben einen Schwamm aus Nanozellulose entwickelt, der bei Ölkatastrophen eine grosse Hilfe sein könnte. Das Material lässt sich aus Altpapier, Stroh oder landwirtschaftlichen Abfällen herstellen.

Den Forschenden sei es gelungen, ein sehr wirksames Saugmaterial zu entwickeln, das gezielt den Ölfilm vom Wasser abtrenne und sich danach leicht einsammeln lasse, teilte die Empa am Montag mit.

Industriepartner gesucht

Die Schwämme aus chemisch modifizierter Nanozellulose konnten in Laborversuchen bis zum 50-fachen ihres Eigengewichtes an Mineralöl oder Motorenöl aufsaugen. Dabei blieben die Schwämme so in Form, dass sie mit einer Pinzette aus dem Wasser gezogen werden konnten.

Nun gelte es, die Schwämme weiterzuentwickeln, damit sie nicht nur im Labormassstab, sondern auch bei echten Unglücksfällen eingesetzt werden könnten, schreibt die Empa. Dazu werde ein Industriepartner gesucht.

Aus Stroh, Holzschilf oder Altpapier

Die nanofibrillierte Zellulose, das Basismaterial für die Schwämme, wird aus zellulosehaltigen Abfallstoffen wie Stroh, Holzschilf oder Altpapier gewonnen, indem diese Stoffe mit Wasser versetzt und der wässrige Brei unter hohem Druck durch mehrere enge Düsen gepresst wird. Dabei entsteht laut Empa eine gelartige Suspension aus langen, feinen untereinander verbundenen Zellulosefasern und Wasser.

Entzieht man dem Gel per Gefriertrockung das Wasser, so entsteht ein Nanozellulose-Schwamm. Das unbehandelte Material saugt jedoch sowohl Wasser als auch Öl auf - ist also für den vorgesehenen Zweck untauglich. Den Empa-Forschern gelang es nun aber, die chemischen Eigenschaften der Nanozellulose so zu verändern, dass sie sich nur noch mit öligen Substanzen verbindet.

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