4.02.2013 15:25
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Zürich
Mutmasslicher Brandstifter von Elgg kommt vor Gericht
Vor dem Bezirksgericht Winterthur muss sich am Mittwoch ein 26-jähriger Mann verantworten, der in der Region Elgg während eines ganzen Jahres für grosse Verunsicherung gesorgt hatte. Das Mitglied der freiwilligen Feuerwehr soll über 30 Brände gelegt haben.

Begonnen hatte die Brandserie an einem Samstagnachmittag im November 2010. In einem Waldstück bei Elgg brannte - ganz unspektakulär - ein Holzhaufen. Wenige Wochen später fing eine Holzscheune Feuer, danach ein Lager für Holzschnitzel.

Teilweise geständig

Ab Februar 2011 brannten in kurzen Abständen ein Jagdhaus, eine Reithalle, ein Stall, ein Vereinslokal und eine Tankstelle. Dazwischen musste die Feuerwehr immer wieder zu kleineren Vorfällen  ausrücken, etwa brennenden Strohhaufen und Holzpaletten.

Die Anklageschrift, die am Montag veröffentlicht wurde, listet 34 Brände auf, die dem Beschuldigten zur Last gelegt werden. Einen Teil davon gab er während der Ermittlungen zu, bei einigen stritt er die Schuld jedoch ab.

Sachschaden über eine halbe Million Franken

Der Sachschaden, der durch die Brandserie entstand, beträgt weit über eine halbe Million Franken. Ernsthaft verletzt wurde durch die Feuer niemand. Einzig beim letzten Brand im Januar 2012 musste ein Mann mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Spital gebracht werden.

Die Verunsicherung in der Bevölkerung war dennoch gross. Der Täter zündete zwar keine bewohnten Häuser an, setzte aber beispielsweise einen Stall in Brand, der an ein Wohnhaus angebaut war. Menschen hätten also durchaus zu Schaden kommen können.

Um den Täter zu finden, verstärkte die Polizei ihre Patrouillen und setzte einen Profiler ein. Sie setzte zudem eine Belohnung von bis zu 10'000 Franken aus.

Täter gab freiwillig DNA-Probe ab

Bei seiner Entlarvung half der mutmassliche Täter dann gleich selber mit: Er gab als Mitglied der Feuerwehr Eulachtal freiwillig eine DNA-Probe ab. Freiwillig war die Abgabe des Genmaterials deshalb, weil die Polizei keinen konkreten Verdacht gegen Feuerwehrleute hatte. Der Beschuldigte machte dennoch mit.

Das Genmaterial des 26-Jährigen stimmte mit jenen Spuren überein, welche die Polizei an den Brandorten fand. Im Januar 2012 wurde er verhaftet und in Untersuchungshaft gesetzt. Nach vier Monaten wurde der Feuerwehrmann in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

Die Staatsanwaltschaft fordert für den Logistiker eine Verurteilung wegen mehrfacher, teilweise versuchter Brandstiftung und dafür eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren, ohne Bewährung. Während dieser Zeit soll der junge Mann eine ambulante Therapie absolvieren, um seine psychischen Probleme zu bewältigen.

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