17.10.2017 08:33
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Muttermilch: Erkrankung wegen Genmutation
Forschende der Uni Genf und der EPFL haben eine Genveränderung entdeckt, durch die Mäusebabys Muttermilch schlechter verdauen können. Damit sind sie möglicherweise einer Ursache für eine schwere Darmwegserkrankung bei Neugeborenen auf der Spur.

Die Mutation betrifft das sogenannte Hoxd3-Gen, das zu einer Gruppe wichtiger «Architektur-Gene» des Organismus gehört. Diese Gene sind bei Mäusen und Menschen sehr ähnlich. Forschende um Denis Duboule von der Universität Genf und der ETH Lausanne (EPFL) haben entdeckt, dass Defekte im Hoxd3-Gen das Wachstum neugeborener Mäuse, sowie die Entwicklung ihres Dünndarms stark beeinträchtigen. Und zwar während der Phase, in der sie von ihren Müttern gesäugt werden. Davon berichten sie im Fachblatt «PNAS».

Säugetier-Babys absorbieren Milch anders als Erwachsene. «Das Hoxd3-Gen scheint den Erhalt von Darmzellen zu fördern, die für die Aufnahme dieser Nahrung während der Stillphase verantwortlich sind», erklärte Studienautor Jozsef Zakany gemäss einer Mitteilung der Uni Genf. Tatsächlich nahm das Wachstum der jungen Mäuse mit der Genveränderung wieder an Fahrt auf, nachdem sie abgestillt wurden. Dies deute auf Veränderungen in der Darmwand hin, so Zakany.

Die Wissenschaftler vermuten, dass Mutationen im Hoxd3-Gen auch beim Menschen schwere Auswirkungen auf die Gesundheit Neugeborener hat. So könnten sie ein Grund für eine schwere Darmwegs-Insuffizienz bei sehr kleinen Frühchen sein, der sogenannten nekrotisierenden Enterokolitis. Deren Ursachen seien bisher nicht bekannt, sagte Duboule.

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