1.06.2016 16:25
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
Nach Kuhattacke – Händler freigesprochen
Anfang September 2014 ist beim Entladen eine Kuh vom einem Schlachthof in München entwichen. Das Tier attackierte und verletzte bei ihren Irrlauf eine Joggerin. Das Amtsgericht München hat den Viehhändler nun freigesprochen.

Die Staatsanwaltschaft forderte eine Geldstrafe von 3‘500 Euro (3‘850 Franken), weil durch mangelhaftes Abstellen des Transportfahrzeuges dem Rind eine Lücke zwischen Anhänger und Schutzgatter gelassen wurde. Der Richter entsprach aber dem Antrag der Verteidigung.

Zwei Zeugen konnten nicht genau sagen, wie das Rind entkommen konnte. Einer bestätigte aber die Aussage des Angeklagten, er sei „wie immer“ beim Entladen des Viehs dabei gewesen. „Ich habe nie alleine abgeladen“, erklärte der Viehhändler vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft hingegen war vom Gegenteil ausgegangen.

Der Richter glaubte den Ausführungen des Händlers. Dieser habe die Vorschriften erfüllt. Ein Experte der Berufsgenossenschaft machte zudem deutlich, dass der Entladevorgang im Verantwortungsbereich des Schlachthofes liege. Diese Auffassung vertritt die Verteidigung von Anfang an. Der Schlachthof hat mittlerweile zwei Extra-Tore installiert.

Die Kuhattacke ereignete sich am 2. September frühmorgens. Der Kuh gelang es, vom Gelände des Schlachthauses in München zu fliehen. Bei ihrem Amoklauf durch München griff sie eine Joggerin an. Diese wurde niedergetrampelt und erlitt eine Hirnerschütterung sowie Prellungen. Sie leidet nach eigenen Angaben noch heute an Angstzuständen.

Für die Kuh hatte die Flucht tödliche Folgen. Eine weitere Attacke konnte die Polizei mittels Streifenwagen verhindern. Das etwa 550 Kilogramm schwere Tier rammte daraufhin das Polizeiauto. Auf der Theresienwiese auf dem Oktoberfestgelände gelang es den Beamten, das wild gewordene Tier zu erschiessen. 

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