15.03.2019 13:33
Quelle: schweizerbauer.ch - Esther Schneiter
Blog
«Neue Situation ist bereichernd»
Nach den Blogs aus Neuseeland, von der Alp Meienfall im Diemtigtal und der Alp Pfidertschegg im Eriz, bloggt Esther Schneiter wieder auf www.schweizerbauer.ch. Nun aus ihrem Leben als Lehrerin und Landwirtin.

Momentan bin ich bloss am Morgen auf dem Betrieb tätig, vorausgesetzt Ariane hat frei oder Schule. So helfe ich bei den Stallarbeiten mit. Im März habe ich verschiedene Stellvertretungen am Inforama übernommen und bin dort vielbeschäftigt. So unterrichte ich den Gemüsegärtnern und Landwirten Allgemeinbildung und den Männern aus der Vorlehre «Integration» Deutsch.

Spannende Aufgaben


Vor allem der Deutschunterricht ist für mich ganz neu. Anerkannte Flüchtlinge können eine einjährige Vorlehre absolvieren, bei der sie drei Tage auf einem landwirtschaftlichen Betrieb arbeiten und zwei Tage in der Schule am Inforama Rütti sind. Momentan behandeln wir das Thema Gesundheit und Ernährung.

Es ist spannend, wenn sie von ihren eritreischen Lieblingsgerichten berichten und ihren ersten Erfahrungen mit Fondue und Raclette erzählen. Gleichzeitig aber auch herausfordernd. Für mich ist es gut verständlich, dass die deutsche Sprache schwierig zu lernen ist und dementsprechend die Motivation nicht immer gleich hoch gehalten werden kann.

Neue Situation ist bereichernd für mich

Bisher war mein Leben meist recht gut geplant, vor allem beruflich. Ich brauche viel Struktur, muss jeden Termin in der Agenda eintragen und bereits lange Zeit im Voraus wissen, was wann läuft. Nun lerne ich, dass nicht immer alles verplant sein muss.

Was ich im April arbeiten werde, weiss ich noch nicht. Vielleicht auch nichts auswärts, zu Hause hätten wir genügend «Büetz». Dies ist ein spannendes Lernfeld für mich.

Mist geführt

In Fahrni ist es Frühling geworden. Das «Fieber» bei den Landwirten ist ausgebrochen. Auch Töbu hat bereits den Mist geführt und einen Teil der Gülle ausgebracht. Nur wartet er auf die nächsten Schönwettertage, wo alle Felder geeggt werden und weitere 300 Kubikmeter Gülle verteilt werden.

Keine Kuh mit Klauenproblemen

Auch war der Klauenpfleger da. Total wurden 35 Tieren die Klauen geschnitten, sämtlichen 31 Kühen und den vier grössten Rindern. Ich war zufrieden, als mir Töbu erzählte, dass alle Klauen in einem Top-Zustand sind und es den ganzen Tag nie blutete. Keine hat Fäule, ein Geschwür oder Mortellaro, wahrscheinlich stimmt das Herdenmanagement in diesem Bereich.

Letztes Kuhkalb geboren

Ob es das letzte Kuhkalb ist, wissen wir noch nicht. Im März wird noch ein Rind kalben, aber dies ist von einem Limousin-Stier trächtig. Wir werden das Kalb für die Mast weiterverkaufen. So hat Montana als letzte Kuh gekalbt, von der wir das Kalb aufziehen wollen. Es wird gemeinsam mit Tessa, sie ist die vorletzt geborene und rund zwei Monate älter, auf der Alp Pfidertschegg bei den Kühen den Sommer verbringen.

Baustelle auf dem Betrieb – aber nicht unsere

Und wieder haben wir eine Baustelle vor der Haustüre. Und wieder ist es nicht unsere. Während letzten Sommer die Gemeinde die Wasserleitung sanierte, erneuert die BKW nun die Stromleitung und setzt eine neue Trafostation neben dem Schopf.

Vorbereitungen für die Viehschau

Nebst den ersten Feldarbeiten zeigt auch die nahende Viehschau, dass es Frühling wird. Die Lehrtochter Ariane hat begonnen, die Kühe zu scheren, so dass sie sich am 23. März perfekt präsentieren können.

Unser Betrieb

Auf unserem Hof leben im Sommer zirka 25 Kühe (im Winter zirka 40 Kühe), 30 Rinder und 15 Kälber. Der Talbetrieb liegt im Bach, Gemeinde Fahrni. Hier produzieren wir auch das Futter für den Winter. Den Sommer, rund 100 Tage, verbringen wir auf der Alp Fiedersegg im Eriz. Die Tiere grasen nachts auf der Weide. Tagsüber sind sie im Stall, wo sie sich ausruhen können und vor Insekten und der Hitze geschützt sind.

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