12.12.2016 06:09
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU
Ohne-Gentechnik-Siegel gefordert
Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen und das Europäische Netzwerk gentechnikfreier Regionen haben ihre Forderung nach der EU-weiten Einführung einer Kennzeichnung für gentechnikfreie Lebensmittel bekräftigt.

„Konsumenten müssen in allen europäischen Staaten die Möglichkeit haben, gentechnikfrei erzeugte Lebensmittel zu erkennen und diese Information bei ihrem Einkauf zu berücksichtigen“, betonte der Parlamentarische Staatssekretär vom Düsseldorfer Agrarressort und Präsident des Europäischen Netzwerks Gentechnikfreier Regionen, Horst Becker, im Rahmen eines Workshops in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen in Brüssel. 

Lücken bei Tieren


Nur so könne letztendlich wirkliche Wahlfreiheit beim Einkauf von Lebensmitteln garantiert werden. Nach Einschätzung von Becker wollen viele Verbraucher, dass ihre Lebensmittel ohne Anwendung und Nutzung genetischer Verfahren hergestellt werden. Erkennbar sei dies mit der derzeit geltenden EU-Kennzeichnungsregelung aber nicht.

So müssten Lebensmittel dann besonders deklariert sein, wenn sie aus gentechnisch veränderten Organismen bestünden oder daraus hergestellt worden seien. Es bestehe jedoch keine Pflicht zur Kennzeichnung, wenn die Lebensmittel von Tieren stammten, die mit transgenen Pflanzen gefüttert worden seien, kritisierte der Grünen-Politiker. Auch die Verwendung von Zusatzstoffen, die mit Hilfe der Gentechnik hergestellt worden seien, müsse nicht im Besonderen gekennzeichnet sein.

Notwendigkeit für ein gemeinsames EU-Konzept

Diese Lücke in der Gesetzgebung werde aber schon heute in einigen Mitgliedstaaten über freiwillige „Ohne-Gentechnik“-Kennzeichnungssysteme geschlossen, stellte Becker fest. Ein Beispiel dafür ist ihm zufolge das deutsche System des Verbandes Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG). Das Düsseldorfer Landwirtschaftsministerium berichtete ergänzend, dass im Rahmen der Veranstaltung klargestellt wurde, dass die Produktions- und Kontrollstandards der nationalen Systeme langfristig angeglichen werden müssten.

Das Europäische Netzwerk gentechnikfreier Regionen sehe eine klare Notwendigkeit für ein gemeinsames EU-Konzept. Ein harmonisiertes System würde das Vertrauen der Verbraucher und gleichzeitig die gentechnikfreie Lebensmittelherstellung in der EU fördern. Das Europäische Netzwerk gentechnikfreier Regionen umfasst derzeit 64 Regionen aus neun EU-Staaten.

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