28.01.2018 15:43
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Frankreich
Paris: Hochwasserlage angespannt
Von 5,69 auf 5,78 Meter in etwas mehr als 24 Stunden: Die Hochwasserlage in Paris bleibt angespannt, auch wenn die Seine langsamer steigt als befürchtet.

Die Spitze der Flut dürfte der Fluss mit 5,95 Metern in der Nacht zum Montag erreichen. Mit der dramatischen Höchstmarke von 6,10 Metern im Juli 2016 rechnet der Hochwasser-Informationsdienst Vigicrues nicht. Damals forderte die Flut mehrere Tote und Verletzte. Die Überschwemmungen richteten Schäden an, die auf bis zu 1,4 Milliarden Euro geschätzt wurden.

Bis Sonntagmittag mussten rund 1000 Menschen im Grossraum Paris ihre Wohnungen wegen der Flut verlassen, rund 1200 waren ohne Strom. Auch Kliniken wurden teilweise evakuiert wie in Meulan-Les Mureaux im Westen von Paris, wo 86 Patienten vorsichtshalber verlegt wurden. 

In Villeneuve-Saint-Georges, rund 15 Kilometer südlich der französischen Hauptstadt, waren die Strassen überflutet, so dass die Anwohner sich mit Booten behelfen mussten.

Ufer gesperrt

In Paris wurden schon vor mehreren Tagen die Quais und Wege am Seineufer gesperrt und aus Sicherheitsgründen mehrere Stationen der Schnellbahn-Linie C geschlossen, die in der Nähe des Flusses liegen. Auch der Louvre hatte am Donnerstag schon wegen des Hochwassers sein der islamischen Kunst gewidmetes Untergeschoss geschlossen.

Experten gehen davon aus, dass das Hochwasser nur langsam zurückgehen werde, weil unter anderem die Zuflüsse zur Seine noch viel Wasser führen. Laut dem französischen Wetterdienst Méteo-France zählten die Monate Dezember 2017 und Januar 2018 zu den drei regenreichsten seit 1900.

Der historische Höchststand der Seine von 8,62 Metern wurde im Jahr 1910 in Paris gemessen. Damals wurden insgesamt 50'000 Häuser in der Innenstadt und in Vororten überschwemmt. 

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE