6.01.2018 08:32
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Grossbritannien
Parlament kämpft gegen Kaffeebecher
Im Kampf gegen jährlich zweieinhalb Milliarden Wegwerfbecher machen sich britische Abgeordnete für eine Kaffeeabgabe stark. Konsumenten sollen künftig 25 Pence (28 Cent) je Becher zahlen.

Dies hat ein Parlamentsausschuss am Freitag empfohlen. Mit der «Latte-Abgabe» (latte levy) wollen die Politiker Kaffeetrinker ermuntern, öfter zu Mehrwegbehältern zu greifen.

Recycling-Ziele bis zum Jahr 2023

Sollten die Recycling-Ziele bis zum Jahr 2023 nicht erfüllt werden, müssten Wegwerfbecher verboten werden, empfahl der Ausschuss. In Grossbritannien werden nach Erkenntnissen des Gremiums die wenigsten der zweieinhalb Milliarden Becher wiederverwertet.

Kaffeeketten wie Pret A Manger, Costa Coffee oder Starbucks sind in den vergangenen Jahren in Grossbritannien kräftig gewachsen. Manche gewähren ihren Gästen einen Rabatt, wenn diese einen eigenen Becher mitbringen. Den Parlamentariern zufolge machen davon ein bis zwei Prozent der Kunden Gebrauch.

Rabatte in der Schweiz

Auch in der Schweiz bieten einige Unternehmen Rabatte an für Kunden, die ihr eigenes Gefäss mitbringen. Die Nachlässe unterscheiden sich von Firma zu Firma. Starbucks und Migros Zürich gewähren einen Rabatt von 80 beziehungsweise 50 Rappen pro Getränk. Die Teefirma Tekoe bietet eine Reduktion von zehn Prozent an. Beim Detailhändler Coop gilt ein Fixpreis von 2,75 Franken für Heissgetränke, die in eigene Behälter abgefüllt werden.

Während Starbucks den Rabatt schon seit zehn Jahren in seinem mittlerweile 61 Schweizer Filialen kennt, hat Tekoe eine entsprechende Regelung vor fünf Jahren eingeführt. Migros Zürich zog 2013 in 44 Verkaufspunkten nach - in einigen Filialen gilt das Angebot auch bei Migros Daily in Bern. Coop zog 2016 nach und führte einen Rabatt in 180 Restaurants, Bistros sowie in Coop Take it und Firmenkantinen ein.

Es ist schwierig zu erfahren, wie viele der Kundinnen und Kunden tatsächlich ihr eigenes Trinkgefäss nutzen. Nur Tekoe kann genauere Angaben liefern: 2016 hätte ungefähr zehn Prozent der Kundinnen und Kunden ihren eigenen Becher mitgebracht.

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