5.12.2017 16:51
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
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Pelz: Qualzuchten und Mängel
Seit 2014 kritisiert der Zürcher Tierschutz Mängel bei der Pelzdeklaration, und noch immer foutieren sich diverse Unternehmen um das Gesetz. Am Dienstagabend berichtet die Sendung Kassensturz über die Missstände.

Eine neue Ladenrecherche des Zürcher Tierschutz enthüllt bei 14 von 15 Unternehmen krasse Gesetzesverstösse, darunter Grieder, Ciolina Mode, Kofler, Modekeller und Mode Weber.

Besonders schockierend sei die neueste Zuchtstrategie aus Finnland, schreibt der Zürcher Tierschutz. Zur Profitmaximierung wurden aus Polarfüchsen riesige «Monsterfüchse» herangezüchtet, die enorm unter ihrer Verfettung leiden. Aktuell stammt etwa jeder sechste Pelzartikel von dieser Qualzucht. Das liesse sich durch ein Importverbot für tierquälerische Pelzwaren verhindern, schreibt der Tierschutz weiter.

Im Rahmen der Kampagne «echt Pelz - echt grausam» enthüllt die Organisation gravierende Deklarationsmängel bei Modehäusern: Im November 2017 war jeder dritte Pelzartikel von insgesamt 344 geprüften überhaupt nicht deklariert.

Tierquälerische Käfighaltung

Bei Jäckli und Seitz in St. Gallen und Zwald Herrenmode in Bern waren 100% und bei mewis in Wil 80% der Echtpelz-Artikel nicht deklariert. Undeklarierter Echtpelz im House of Gerry Weber, einem «furfree Retailer», ist eine Konsumententäuschung - die Boutique gehört zur Modekeller Fashion Group.

92% aller Pelzartikel stammten aus tierquälerischer Käfighaltung, davon 55% aus China und 35% auf Finnland. Rund 16% aller kontrollierten Artikel waren von fettleibigen «Monsterfüchsen» aus Finnland.

Diese erreichen über 20 Kilogramm, das fünffache Gewicht der Wildform. Wegen der Fettwülste können sich die Tiere kaum mehr bewegen, sie leiden an Augenentzündungen und Beinschäden, werden völlig apathisch. «Eine grausame Qualzucht zur Maximierung des Pelzgewinns - aus reiner Profitgier», folgert Nadja Brodmann vom Zürcher Tierschutz und fordert ein Importverbot für tierquälerische Pelzprodukte.

Hinweis: Beitrag auf SRF 1, Kassensturz: heute, 21.05 Uhr

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