16.05.2016 14:14
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wetter
Pfingsten fiel vielerorts ins Wasser
In der Deutschschweiz ist das lange Pfingstwochenende ins Wasser gefallen. Und als es trocken wurde, kam die Kälte. Da lohnte sich die Reise in den Süden, wo sommerliche Temperaturen für die Stunden im Stau am Gotthard entschädigten.

Schon am Mittwoch zogen dunkle Wolken auf und in der Nacht auf Donnerstag goss es gebietsweise wie aus Kübeln. Vielerorts regnete es bis Sonntag im Flachland so viel wie in einem durchschnittlichen Monat Mai, wie MeteoNews mitteilte.

Die Regenfälle waren derart stark, dass in der Zentralschweiz aber auch im Raum Basel Bäche und Seen über die Ufer traten und Kanalisationen überfordert waren. Der Lauerzersee im Kanton Schwyz trat über die Ufer und überflutete in Seewen Parkplätze.
In Nidwalden musste die Hauptstrasse zwischen Alpnachstad und Stansstad wegen Hochwassers vorübergehend in beide Richtungen gesperrt worden. Der Sarnersee im Kanton Obwalden trat in der Nacht auf Sonntag über die Ufer. Grössere Schäden blieben jedoch aus.

Land unter in Muttenz BL

Zwischen dem Bodensee und Basel herrschte zeitweise erhebliche Hochwassergefahr. Die Grossschifffahrt musste eingestellt werden, nachdem der Pegel des Rheins die kritische Marke von 7,90 Meter überschritten hatte. Auch die Fähren über den Rhein verkehrten zeitweilig nicht mehr.

Für das Gebiet um Muttenz BL war am Samstagabend eine sehr aktive Gewitterzelle zu viel: Die völlig durchnässten Böden konnten das Wasser nicht mehr aufnehmen. Teils wegen verstopfter Rechen verliess der Rietmattbach sein Bett. Besonders betroffen war das Oberdorf - die historische Kirche St. Arbogast mit ihrer Ringmauer im Dorfzentrum sah fast aus wie ein Wasserschloss.
An der Aare, der Birs, der Sihl, der Limmat und an der Thur herrschte mässige Hochwassergefahr. In Dübendorf ZH wurde eine Brücke wegen des hohen Pegels der Glatt gesperrt.

Im Berner Mattequartier wurden sicherheitshalber Schutzelemente aufgebaut, die Uferwege wurden aber nicht gesperrt und der Grand Prix konnte wie geplant durchgeführt werden.

72 Stunden Regen Regen

Das gesamte Niederschlagsereignis dauerte auf der Alpennordseite damit ziemlich genau 72 Stunden. In dieser Zeit wurden am östlichen und zentralen Alpennordhang verbreitet 110 bis 160 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen. Die Station Gersau SZ verzeichnete gemäss MeteoSchweiz sogar 172,2 Millimeter Regen. Die Region zwischen Grenchen SO und Basel konnte als weiterer Niederschlags-Hotspot zwischen 100 und 120 Millimeter Niederschlag registrieren.

In Luzern wurden 141 Millimeter Regen gemessen. Dies entspricht gemäss SRF Meteo der grössten dreitägigen Regenmenge, die die Stadt am Vierwaldstättersee je registriert hat.

Aufhellungen mit Kälteeinbruch

Der Pfingstsonntag brachte das ersehnte Ende des Dauerregens. Abgelöst wurde der Regen von der Kälte: Die Tageshöchstwerte stiegen auf der Alpennordseite mit Unterstützung von ein paar Sonnenstunden «von kalten 4 bis 7 Grad am Morgen nur auf kühle 11 bis 14 Grad am Nachmittag an», wie die MeteoSchweiz-Meteorologen in ihrem Blog festhielten.

Doch die Eisheiligen, die auf die Tage vom 11. bis 15. Mai fallen, machten ihrem Namen nicht wirklich die Ehre, denn die Eisheiligen beziehen sich auf eine kalte Phase mit Bodenfrost, wie MeteoSchweiz erinnert. Und solchen verzeichneten die Meteorologen im Flachland keinen.

Die Genferseeregion und das Wallis hingegen waren von den Unwettern wenig betroffen. Im Tessin regnete es zwar intensiv aber nicht so lange. Immerhin gab es zwischen Donnerstag und Freitag innerhalb von 24 Stunden im Mendrisiotto 140 Millimeter Regen.
Schon am Samstag setzte sich die Sonne durch. SRF Meteo verzeichnete in Locarno einen Sommertag mit 25 Grad. Am Sonntag wurden noch 20 bis 22 Grad gemessen. Die paar Quellwolken an den Bergen hatten gemäss SRF Meteo eher «dekorativen Charakter».

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