2.08.2016 06:37
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Ernährung
Pflanzliche Eiweisse gesünder als tierische
Insbesondere Menschen, die rauchen und Übergewicht haben, sollten Forschern zufolge mehr pflanzliche Proteine essen. Tierische Proteine erhöhten in einer Studie das Sterberisiko, und das vor allem für Menschen mit weiteren gesundheitlichen Risikofaktoren.

Eiweiss ist nicht gleich Eiweiss. In zwei Langzeitstudien war die Aufnahme von tierischen Proteinen mit einem höheren Sterberisiko verbunden als die von pflanzlichen Proteinen. Mingyang Song von der Harvard Medical School und Kollegen veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachmagazin «Jama Internal Medicine».

Kohlenhydrate durch Proteine ersetzen

Frühere Untersuchungen hätten bereits gezeigt, dass es gesund sei, Kohlenhydrate durch Proteine zu ersetzen, heisst es in einer Mitteilung der Harvard Medical School. Im Hinblick auf seine Studie ergänzt Song: «Die einzelnen Lebensmittel, die Menschen zu sich nehmen, um an Proteine zu gelangen, sind ebenso wichtig.»

In der Studie waren die wichtigsten Quellen für tierisches Eiweiss verarbeitetes und unverarbeitetes Rinder- und Schweinefleisch, Pouletfleisch, Milchprodukte, Fisch und Eier. Pflanzliches Eiweiss stammte vor allem aus Brot, Getreide, Nudeln, Nüssen, Bohnen und Hülsenfrüchten.

Zusammenhang bei Alkohol ausgeprägt

Die Forscher nutzten die Daten von zwei Langzeitstudien, die die Gesundheit und die Ernährungsgewohnheiten von Berufstätigen im Gesundheitssektor aufzeichneten. Sie werteten die Datensätze von 85'013 Frauen und 46'329 Männern aus. Für die Frauen waren Daten von 1980 bis 2012 verfügbar, für die Männer von 1986 bis 2012.

Die Probanden berichteten per Fragebogen alle zwei Jahre über ihren Lebensstil und ihre Gesundheit und alle vier Jahre detailliert über die Lebensmittel, die sie durchschnittlich zu sich nahmen. Während der Langzeitstudien starben 36'115 der Teilnehmer, 8851 durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, 13'159 durch Krebs und 14'105 durch andere Ursachen.

Die Forscher setzten die Ernährungsdaten in Bezug zu den Todesursachen und fanden einen Zusammenhang zwischen der aufgenommenen Menge an tierischem Protein und dem Sterberisiko. Bei Übergewichtigen und denen, die viel Alkohol tranken, war der Zusammenhang besonders ausgeprägt.

Wenn tierisch, dann Fisch und Poulet

Das Team errechnete auch, wie sich Zu- und Abnahme von tierischen und pflanzlichen Proteinen in der Ernährung auf das Sterberisiko auswirkt. Nach der Bereinigung der Risikofaktoren aus Lebensstil (Zigaretten, Alkohol, Übergewicht, Bewegung) und Ernährung ergab sich für den Studienzeitraum: Wenn der Anteil an tierischem Protein um zehn Prozent im Verhältnis zur gesamten Kalorienaufnahme zunimmt, erhöht sich das Sterberisiko allgemein um zwei Prozent.

Das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, nahm sogar um acht Prozent zu. Im Gegensatz dazu sinkt das Sterberisiko um zehn Prozent, wenn drei Prozent mehr pflanzliches Protein in der Nahrung enthalten sind. Noch deutlicher sind die Zahlen, wenn ein Teil der aufgenommenen tierischen Proteine auf pflanzliche ersetzt werden. Dabei lohnte sich insbesondere die Nahrungsumstellung von verarbeitete Rinder- und Schweinefleisch (zum Beispiel Würstchen) und Ei auf pflanzliche Proteine.

«Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die Leute in Betracht ziehen sollten, mehr pflanzliche Proteine zu essen, und wenn sie unter den Quellen für tierisches Protein auswählen, sind Fisch und Poulet sicherlich die bessere Wahl», hebt Song hervor.

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