11.04.2014 07:03
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Umwelt
Polarregionen: Forscher untersuchen Abbau der Umweltgifte
Warum reichern sich Umweltgifte in den kalten Polarregionen an? Gemäss Forschern der ETH Zürich liegt der Grund im extrem langsamen natürlichen Abbau und nicht wie lange vermutet, weil viele Umweltgifte bei Kälte weniger flüchtig sind.

In der Arktis und Antarktis ist die Umwelt deutlich stärker mit Umweltgiften belastet als anderswo, heisst es in einer Mitteilung der ETH Zürich vom Donnerstag. Die dortigen Meerestiere gehören zu den am stärksten mit langlebigen organischen Schadstoffen kontaminierten Lebewesen.

Mittlerweile werden Herstellung und Verwendung von knapp zwei Dutzend dieser Schadstoffe und einer Reihe von ozonschädigenden Substanzen stark eingeschränkt. Vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden diese Umweltgifte freigesetzt und von Luft- und Meeresströmungen weltweit verteilt.

Warum sie vor allem in den Polarregionen Depots gebildet haben, ist nicht restlos geklärt. Forscher der ETH Zürich sind nun den physikalischen und chemischen Prozessen mit einem Computermodell auf den Grund gegangen. Für die Anreicherung standen bisher vor allem zwei Faktoren zur Diskussion. Beide haben mit der in den Polarregionen herrschenden Kälte zu tun: Bei tiefen Temperaturen sind chemische Verbindungen weniger flüchtig, Dampf kondensiert. Experten gingen lange davon aus, dass in diesen physikalischen Eigenschaften der Hauptgrund für die Anreicherung liegt.

Der zweite Faktor: Auch der chemische und mikrobiologische Abbau von Stoffen ist temperaturabhängig. Umweltgifte werden in der Kälte noch langsamer abgebaut als in wärmeren Weltgegenden. Dieser Faktor wurde bisher allerdings als weniger bedeutend eingeschätzt. In ihrer Studie konnten die Forscher nun zeigen, dass der erste Faktor nur für stark flüchtige Stoffe wie etwa die früher als Kühlmittel eingesetzten Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) richtig ist.

Hingegen gilt dies nicht für Substanzen, die sich vor allem im Wasser, im Boden und im Fettgewebe von Lebewesen anreichern. Zu diesen Substanzen gehören etwa das berüchtigte Insektizid DDT oder die als elektrische Isolatoren oder Fugendichtungen eingesetzten Polychlorierten Biphenyle (PCB). Hier ist der zweite Faktor bedeutender.

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