21.08.2015 14:47
Quelle: schweizerbauer.ch - sbv
Marktlage
"Preiserhöhungen sind notwendig"
Seit Mitte 2014 sind die Produzentenpreise für Landwirtschaftsprodukte sowohl im Aus- wie im Inland stark unter Druck. Das schmälert die bereits tiefen Einkommen der Landwirte weiter und treibt sie auf die Strasse.

In der Schweiz kann festgestellt werden, dass die Abschläge bei Konsumentenpreisen wesentlich geringer ausfielen, als jene auf Stufe der Produzentenpreise. Der Vorstand des Schweizer Bauernverbandes fordert, dass der so entstandene finanzielle Spielraum der nachgelagerten Stufen genutzt wird, um die Produzentenpreise wieder zu erhöhen. Er erwartet zudem, dass die mit der Frankenstärke verbundenen Vergünstigungen beim Einkauf von importierten Produktionsmitteln weitergegeben werden.

Die französischen Bauern sorgen schon seit einiger Zeit für Schlagzeilen, weil sie gegen zu tiefe Produzentenpreise protestieren und auch ihre deutschen Berufskollegen machen mobil. Am 7. September soll es in Brüssel zu einer Grossdemonstration der europäischen Landwirte kommen.

Die angespannte Preissituation überträgt sich bei wichtigen Produkten und  Märkten auch auf die Schweiz und der starke Franken verschärft das Ganze. Besonders düster ist die Lage in der Schweiz auf dem Milchmarkt, beim Schweinefleisch und beim Zucker.

Es gibt Spielraum für Preiserhöhung

Im laufenden Jahr liegen die Schweizer Produzentenpreise gesamthaft um über acht Prozent unter den Vorjahrespreisen, während die Produktionsmittel lediglich rund zwei Prozent günstiger wurden. Im gleichen Zeitraum gingen die Konsumentenpreise für Nahrungsmittel im Laden im Schnitt um weniger als ein Prozent zurück. Die Abschläge auf den Konsumentenpreisen für Nahrungsmittel waren damit wesentlich geringer, als die Abschläge auf den Produzentenpreisen.

Das heisst, es gibt Spielraum um die Produzentenpreise wieder zu erhöhen. Weiter sind die Preise für Produktionsmittel nur wenig gesunken und die über die Frankenaufwertung erzielten Währungsvorteile auf den importierten Produktionsmitteln ungenügend bei den Bauern angekommen. Dies muss nun unverzüglich geschehen.

Swissnessregelug muss schnell umgesetzt werden

Die Schweizer Kaufkraft ist hoch und in keinem Land müssen die Menschen weniger des verfügbaren Haushaltseinkommens für das Essen ausgeben als in der Schweiz. Umso störender ist es, dass die nachgelagerten Stufen einen extrem hohen Druck auf die Produzentenpreise gemacht haben. Der Schweizer Bauernverband (SBV) fordert, dass der vorhandene Spielraum für eine Erhöhung der Produzentenpreise umgesetzt wird.

Die Politik muss ebenfalls einen Beitrag zur Verbesserung der Situation leisten. Sei es, indem sie das Schoggigesetz-Versprechen einlöst und die Swissnessregelung rasch umsetzt. Beim Zucker gilt es das System des Grenzschutzes gegenüber der EU anzupassen, um den Import zu Dumpingpreisen zu unterbinden.

Ebenfalls sind Massnahmen zu prüfen, um Betriebe mit allfällig akuten Liquiditätsengpässen zu entlasten. So sollten Rückzahlungen von Investitionskrediten oder Betriebshilfen aufgeschoben werden können. Speziell zu prüfen sind Möglichkeiten, um die enormen Einkommenseinbussen der Lieferanten von Molkereimilch aufzufangen.

 

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