14.10.2015 16:22
Quelle: schweizerbauer.ch - Helena Barth, lid
Direktvermarktung
Produkte aus Naturpärken boomen
National- und Naturparks vermarkten heute ihre eigenen Marken mit diversen Produkten. Die Kooperation mit Detailhändlern ermöglicht einen besseren Kontakt zu den Konsumentinnen und Konsumenten.

Produkte aus National- und Naturpärken vermitteln das ideale Bild von Regionalität: eine nachhaltige Herstellung der Produkte, kurze Transportwege und die Verkörperung der regionalen Identität. Die Konsumenten wissen dies immer mehr zu schätzen, deshalb haben National- und Naturpärke in der Schweiz und im Ausland begonnen, ihre Produkte im Detailhandel mit eigenen Labels zu vermarkten.

Schweizer Pärke vergrössern ihr Angebot

In der Schweiz weist ein grünes, viereckiges Logo auf die Herkunft der Produkte aus einem Schweizer Park hin. Diese Produkte kommen ausschliesslich aus dem gekennzeichneten Perimeter und wurden nach geltenden Nachhaltigkeitsstandards hergestellt. Derzeit gibt es 1'076 zertifizierte Regionalprodukte aus 11 Schweizer National- und Naturpärken. Vor zwei Jahren waren es gerade einmal 300.

Regionalprodukte machen heute dennoch nur etwa 2 bis 5 % des gesamten Lebensmittelumsatzes der Schweiz aus. Das Potenzial, mehr Kunden von den Vorzügen von Regionalprodukten zu überzeugen, ist gross. Die Partnerschaft zwischen dem Detailhändler Coop und dem Netzwerk Schweizer Nationalpärke folgt dem Megatrend der Regionalität. Coop spricht hier von einer "Win-Win-Situation", mit der gemeinsam eine Steigerung der Wertschöpfung erreicht wird.

Die Bekanntheit der Produkte mit dem grünen Logo, die in den regionalen Sortimenten erhältlich sind, wächst stetig. Derzeit verkauft Coop Regionalprodukte aus sieben Schweizer Pärken.

Der Chasseral als verbindendes Element

Ein Beispiel für einen aufstrebenden Naturpark in der Schweiz ist der Naturpark Chasseral. Das Ziel der Region ist es, die Natur, Kultur und Wirtschaft anhand des Parks zu verbinden. Mit einem eigenen Label, das 2014 eingeführt wurde, sollen die Bewohner eine stärkere Bindung zur Region aufbauen.

Derzeit sind 70 Produkte aus dem Naturpark Chasseral erhältlich. Sie werden nur durch Direktverkauf und an Messen in der Region vermarktet. In Zukunft sollen die Produkte auch an fixen Verkaufsstellen erhältlich sein, möglicherweise auch auf Onlineplattformen.

Ausländische Regionen blicken auf die Schweiz

Dass auch im Ausland ähnliche Bestrebungen laufen, zeigt das Beispiel des Naturparks Südschwarzwald in Baden-Württemberg. Die Vermarktungsstrategie der Parks besteht aus drei Säulen: Landwirtschaft, Tourismus und Naturschutz. "Das Ziel ist es, den Erhalt der Schwarzwälder Kulturlandschaft zu gewährleisten", erklärt Geschäftsführer Roland Schöttle.

Im Vergleich zu manchen Schweizer Pärken ist die Kooperation zwischen Park und Detailhandel zur Vermarktung von Regionalprodukten weniger ausgebaut. Derzeit liegt das Hauptaugenmerk auf der Gastronomie. Restaurants und Hotels bieten Produkte aus der Region an und verkörpern die regionale Kultur. Ein erfolgreiches Beispiel ist der Brunch auf dem Bauernhof, den der Naturpark Südschwarzwald der Schweiz abgeschaut hat.

Produkte aus National- und Naturpärken werden weiterhin einen kleinen Marktanteil einnehmen. Dennoch bietet der derzeitige Trend ein Sprungbrett für die verstärkte Vermarktung von Regionalprodukten, denn die Zahlungsbereitschaft der Konsumenten ist hoch und die Möglichkeiten sind bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.

Eine Konferenz für Regionalprodukte

Im Rahmen der internationalen Konferenz "Zugang der Regionalprodukte zu den Märkten – Die Schweiz von morgen ernähren" wird die Rolle von Regionalprodukten aus der wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Perspektive und ihre Bedeutung hinsichtlich der Entwicklung des ländlichen Raums erörtert. Die Konferenz findet alle zwei Jahre während des Schweizer Wettbewerbs der Regionalprodukte statt.

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