14.11.2017 18:23
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Bio Suisse
Protest gegen Knospe-Wein aus Argentinien
25 Biowinzer aus der Schweiz fordern in einer Petition Bio Suisse auf, einem argentinischen Bio-Wein das Knospe-Label wieder zu entziehen. Das Thema kommt nun vor die Delegiertenversammlung der Bio Suisse.

Coop, der grösste Weinhändler des Landes, hat im August von Bio Suisse die Erlaubnis erhalten, einen Bio-Wein aus Argentinien mit dem Knospe-Label auszuzeichnen. Das bringt Bio Genève auf die Palme. In einer Petition fordern sie von Bio Suisse, dass diese Bewilligung sofort aufgehoben wird.

«Verstoss gegen eigenes Prinzip»

«Mit Betrübnis haben unsere Biowinzer und Bio-Suisse-Mitglieder vernommen, dass ihre eigene Organisation entschieden hat, gegen eines unserer wichtigsten Prinzipien zu verstossen», heisst es in der Petition, die bislang von 25 aktiven Bio-Suisse-Winzern unterschrieben worden ist. Ein Grundsatz von Bio Suisse sei, keine Produkte aus Übersee zu importieren, wenn diese hier produziert werden können. «Wir wollen soweit möglich Produkte aus der Nähe konsumieren und damit die Umweltverschmutzung reduzieren und das damit verbundene soziale Umfeld erhalten. Das scheint uns eine konsequente Handlungsweise», schreiben Sacha Riondel als Präsident von Bio Genève und Rudi Berli als Delegierter und Kontaktperson.

Die Petition wird an der Delegiertenversammlung der Bio Suisse vom Mittwoch ein Thema sein. Dann wird sich auch der Vorstand dazu äussern. Dieser kommt durch die Petition noch weiter unter Druck: Er soll nämlich künftig alle Entscheide, die von den Grundprinzipien der Bio Suisse abweichen, der Delegiertenversammlung unterbreiten müssen.

Importe schon früher ein grosses Thema

Der Wein aus Argentinien ist der Knospe-Wein aus Übersee. Aus Europa tragen aber heute schon viele Bioweine die Knospe. Das war bereits 2006 ein grosses Thema, wie im Bio-Aktuell vom September 2006 nachzulesen ist. Damals hiess es, dass die Fachkommission im Dilemma sei. Coop sei der grösste Abnehmer von Schweizer Knospe-Weinen und gleichzeitig praktisch der einzige Importeur von Bioweinen in Knospe-Qualität. «Ein Importstopp hätte zur Folge, dass der allergrösste Teil der Coop-Kundschaft entweder konventionellen Wein kaufen oder Biowein anderswo kaufen würde.» Coop hätte zudem die Möglichkeit, beim Wein auf die Knospe zu verzichten und den importierten Biowein unter dem Naturaplan-Label zu verkaufen. Die Fachkommission Biovin hat damals festgestellt, dass eine Importkoordination für das Produkt Wein nicht durchführbar sei.

Man darf gespannt sein, ob sich auch im aktuellen Fall des Bioweins die enorme Macht des Grossverteilers Coop mit seinem grossen Einfluss auf die Gremien der Bio Suisse durchsetzen wird. 


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