4.05.2020 12:30
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Quarantänekosten: Müller Fleisch will sich beteiligen
Das Schlacht- und Zerlegeunternehmen Müller Fleisch im baden-württembergischen Birkenfeld hat weiterhin mit dem Corona-Ausbruch bei seinen Mitarbeitern zu kämpfen.

Erstmals war am Gründonnerstag ein rumänischer Beschäftigter eines Subunternehmers positiv auf das Virus getestet worden. In der vergangenen Woche bestätigte das Unternehmen mit mehr als 1000 Arbeitskräften gegenüber der Presse, dass die Zahl der infizierten Mitarbeiter auf 270 Personen gestiegen sei. Nach Angaben der Regierung in Bukarest sind darunter rund 200 Rumänen.

Dem Enzkreis zufolge wurden für die Betroffenen mittlerweile drei Quarantänezentren aufgebaut. Am vergangenen Dienstag sicherte Müller Fleisch nach Gesprächen mit Landrat Bastian Rosenau und dem Pforzheimer Oberbürgermeister Peter Boch zu, sich an den Kosten für die Quarantäneeinrichtungen zu beteiligen. Ein konkreter Verteilungsschlüssel werde noch festgelegt, zudem auch finanzielle Hilfen des Landes Baden-Württemberg in Aussicht gestellt worden seien, berichtete der Kreis. Als Ursache der starken Ausbreitung des Coronavirus gelten die engen Räumlichkeiten in den Gemeinschaftsunterkünften der Arbeiter und nicht die Ansteckung bei Schlachtung und Zerlegung im Betrieb.

Zwei Wochen häusliche Quarantäne

Müller Fleisch erklärte in der vorvergangenen Woche, dass „die Gesundheit und der Schutz unserer Beschäftigten sowie die rasche Genesung der Betroffenen für uns ein hohes Gut“ seien. Die positiv getesteten seien sofort für zwei Wochen in häusliche Quarantäne geschickt worden. Negativ getestete Mitarbeiter ohne Symptome, denen die Arbeit erlaubt sei, stünden unter sogenannter Arbeitsquarantäne und dürften sich ausser am Arbeitsplatz nur Zuhause aufhalten.

Die Infektionsschutzmassnahmen seien erweitert worden und gingen bereits deutlich über die strengen Qualitäts- und Hygienerichtlinien in der Lebensmittelindustrie hinaus. Der Enzkreis wies darauf hin, dass Schlachtbetriebe zur „kritischen Infrastruktur“ gehörten und bei Corona-Fällen unter Quarantänestellung weiter produzieren dürften.

Müller Fleisch betonte, dass die am Standort hergestellten Fleischwaren uneingeschränkt verkehrsfähig seien und unbedenklich verzehrt werden könnten. Die Schlacht- und Verarbeitungsmengen habe das Unternehmen dem geringeren Personalstand angepasst; die Lieferverpflichtungen könnten derzeit erfüllt werden.  

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