18.06.2018 07:20
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Ernährung
Reis gegen Unterversorgung
Forscher der Eidgenössischen Hochschule (ETH) Zürich haben Reispflanzen mit höheren Gehalten an Eisen und Zink in den polierten Körnern entwickelt.

Zwei der häufigsten Reissorten der Welt, Nipponbare und IR64, seien gentechnisch so verändert worden, dass die Pflanzen Zink und Eisen aus Speichergefässen in das vom Menschen verzehrte, aber nährstoffarme polierte Reiskorn beförderten, erläuterte die Hochschule am Dienstag vergangener Woche.

Ziel sei es, durch die Nährstoffanreicherung im wichtigen Lebensmittel Reis der global beim Menschen häufig vorkommenden Unterversorgung mit Eisen und Zink entgegenzuwirken. Um knapp ein Drittel des geschätzten durchschnittlichen Nahrungsbedarfs des Menschen zu decken, seien laut Empfehlungen der Internationalen Agrarforschungspartnerschaft CGIAR pro Gramm Trockengewicht von poliertem Reis 15 μg Eisen und 28 μg Zink nötig

In den nun entwickelten Sorten entspreche der Eisengehalt mehr als 90 % der Zinkgehalt sogar bis zu 170 % der von der CGIAR jeweils empfohlenen Zielmenge. Die gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) wurden laut Hochschulangaben bisher erst unter Labor- und Gewächshausbedingungen getestet. Freilandversuche seien für die nahe Zukunft geplant.

Wenn die Pflanzen auch unter Freilandbedingungen Eisen und Zink vermehrt einlagerten, werde geprüft, ob diese Nährstoffe für Menschen überhaupt verfügbar seien, so die Hochschule. Diese Studien würden Jahre beanspruchen. Mit einer Freigabe zum Anbau sei also noch länger nicht zu rechnen.


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