17.04.2019 06:35
Quelle: schweizerbauer.ch - pd
Wallis
Rettung für Trockenmauer
Die Stiftung Umwelteinsatz eröffnet eine weitere Saison für die Erhaltung des Kulturerbes und der Natur in der Schweiz. In Martigny (VS) bemüht sich ein Dutzend Zivildienstleistender während mehrerer Wochen um die Wiederherstellung einer beschädigten Trockenmauer.

Vor der herrlichen Kulisse der Weinberge von Martigny hat die Stiftung Umwelteinsatz Schweiz (SUS) den Startschuss für die Saison 2019 gegeben. Erneut sind zahlreiche Aktionen für den Erhalt des Kulturerbes sowie die Pflege der Natur und der Landschaft geplant.

Unter der Leitung eines erfahrenen Bauleiters restauriert in Martigny ein Dutzend Zivildienstleistender eine stark beschädigte Trockenmauer. «Es handelt sich um die Stützmauer eines Wanderwegs. Ihre Bauweise ist ungewöhnlich, denn im oberen Bereich liegt sie frei. Sie ist also weder ganz Stützmauer noch ganz freistehende Trockenmauer, sondern eine Mischung und somit ein besonders interessantes Objekt», erklärt Nicolas Ilg, der bei der SUS für den Bereich Trockenmauern verantwortlich ist.

Martigny ist nur einer unter vielen Einsatzorten der Stiftung Umwelteinsatz. «Wir engagieren uns überall in der Schweiz und organisieren Jahr für Jahr Einsätze an über hundert verschiedenen Orten», sagt  SUS-Geschäftsführerin Sarah Menegale.

Ungefähr 20 Prozent davon seien Trockenmauerprojekte. Bei den anderen stehe die Pflege der Natur und der Landschaft im Vordergrund, heisst es in einer Medienmitteilung. Jedes Jahr beteiligen sich rund 2800 Schüler, erwachsene Freiwillige und Zivilschutzleistende auf diese Weise am Natur- und Landschaftsschutz in der Schweiz.

Ein besonderes Jahr 

2019 feiert die Stiftung Umwelteinsatz ihr 20-jähriges Engagement als anerkannter Einsatzbetrieb des Zivildienstes. Dank der Stiftung leisten ca. 200 «Zivis» jedes Jahr rund 8000 Einsatztage im Dienst der Natur und der Erhaltung des Schweizer Kulturgutes. Während diesen Einsätzen werden die Zivildienstleistenden für hoch aktuelle Umweltschutzthemen sensibilisiert und lernen eine traditionelle Bauweise kennen.

2019 ist gleichzeitig ein besonderes Jahr in einem wichtigen Bereich, dem sich die Stiftung Umwelteinsatz widmet. «Im November 2018 hat das zwischenstaatliche Komitee für die Erhaltung des immateriellen Kulturerbes der Unesco die «Kenntnisse und Techniken des Trockenmauerbaus» in die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen», erklärt Sarah Menegale.

Als Kompetenzzentrum für den Trockenmauerbau in der Schweiz hatte sich die Stiftung Umwelteinsatz im Vorfeld zusammen mit anderen Organisationen aus acht Ländern intensiv für diese Auszeichnung engagiert.

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