15.12.2016 07:09
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Riechen von «Spargel-Urin» genetisch bedingt
Der stechende Geruch von Urin nach einem Spargelessen lässt manche Menschen das Gesicht verziehen, anderen dagegen fällt er gar nicht auf. Wissenschaftlern zufolge ist das genetisch bedingt: Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Studie ist die Unfähigkeit, den Spargelgeruch im Urin zu riechen, auf Genvariationen im Erbgut zurückzuführen.

Ihr Forschungsergebnis halten die Wissenschaftler der Harvard University in der Weihnachtsausgabe des «British Medical Journal» fest. Dort werden traditionell verschrobene, aber wissenschaftlich fundierte Studien veröffentlicht.

Für ihre Arbeit werteten die Forscher zwei frühere Studien mit insgesamt rund 6900 Teilnehmern aus, die unter anderem nach dem charakteristischen Spargel-Uringeruch befragt wurden und zu denen Erbgut-Analysen vorlagen. Sie kamen zu dem Schluss, dass rund sechzig Prozent aller Menschen den Geruch nicht bemerken. Die Forscher sprechen von einer Spargel-Anosmie - als Anosmie wird der Verlust des Geruchssinns bezeichnet.

Die Ursache fanden die Forscher im Erbgut. Demnach gab es bei den Menschen, die den stechenden Geruch nicht wahrnahmen, bestimmte Variationen in den Genen für Geruchsrezeptoren.

Warum es bei manchen Menschen solche Genvariationen gibt und bei anderen nicht, wissen die Wissenschaftler nicht. Unbeantwortet bleibt auch die Frage, «warum so eine Delikatesse wie Spargel zu so einem starken Geruch» führt. Die Forscher schlussfolgern scherzhaft: «Weitere Studien sind notwendig, bevor gezielte Therapien ins Auge gefasst werden, damit Menschen mit Anosmie das entdecken können, was ihnen bislang entgeht.»

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