19.06.2013 15:47
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Graubünden
Rinderrettung in extremis
Dank einem stundenlangen Einsatz von Bergrettern und der Rega konnten 14 Rinder aus ihrer misslichen Lage befreit werden. Diese wollten in einem Bergbach in der Malojaregion Wasser trinken, wurden dabei aber von den Wassermassen mitgerissen.

Eine aussergewöhnliche Rettungsaktion ereignete sich am Dienstagmittag am Eingang zum Val Forno GR südlich des Malojapasses. Eine Alp unerfahrene Mutterkuhherde war auf der Suche nach Wasser, wie die Rega in einem Communiqué mitteilt. Um ihren Durst zu löschen, haben sie einen Bergbach aufgesucht. 16 Tiere hatten sich oberhalb des staudamm-ähnlichen Bauwerks zu weit vorgewagt. Sie wurden vom Wasser der Orlegna mitgerissen und durch das geöffnete Stautor am Fuss des Dammes gespült.

Einige Rinder fanden glücklicherweise an der Mauer des Damms sicheren Boden. Die anderen gerieten aber in ein schluchtartiges Gelände, weil sie einen Ausweg aus dem Bergbach suchten. Das Gelände ist aber nur schwer zugänglich. Die Lage der Rinder verschlechterte sich zunehmend. Schlussendlich konnten sich die Tiere weder vorwärts noch rückwärts bewegen. Einige Rinder suchten Schutz in höhlenartigen Unterspülungen, andere standen bis zum Hals im strömenden Wasser.

Die Rettung der Mutterkühe gestaltete sich dementsprechend schwierig. Doch nach und nach konnten 14 Rinder, teilweise unter Betäubung, mit einem Helikopter der Heli Bernina ausgeflogen werden. Der aussergewöhnliche Vorfall forderte aber auch seinen Tribut. Zwei Rinder konnten nur noch tot geborgen werden. Insgesamt dauerte die Rettungsaktion fünf Stunden.

Im Einsatz standen fünf Bergretter der Rettungsstation Bregaglia, eine Tierärztin sowie zwei Polizeitaucher der Kantonspolizei Graubünden. Koordiniert wurden die Aktivitäten von der Rega-Einsatzzentrale in Kloten.

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