31.07.2019 08:00
Quelle: schweizerbauer.ch - pd/jgr
Naturpark
Schaffen in der Natur
Der Neubau des Gäggerstegs im Naturpark Gantrisch ist in der Entstehungsphase. Lernende sind derzeit mit den Holzarbeiten beschäftigt. Im September gehts aufs Gelände.

Am Gäggersteg soll aufgezeigt werden, wie leistungsfähig und innovativ einsetzbar der einheimische Baustoff Holz ist. Die einzigartige Konstruktion und Verarbeitung bieten Holzbauunternehmen aus der Region eine optimale Plattform, um ihre Kompetenz zu zeigen. Doch auch für Lehrlinge sei der Bau eine Chance, hautnah bei einem einmaligen Projekt dabei zu sein, heisst es in einer Mitteilung. 

Nachdem die Hälfte des Bauholzes von verschiedenen Burgergemeinden aus der Region Gantrisch gespendet wurde und die Sägereien in Zusammenarbeit das Bauholz zugeschnitten haben, hat der Verein Gäggersteg, den Auftrag für den Holzbau an die Arbeitergemeinschaft (ARGE) Gäggersteg vergeben. Fünf Zimmereibetriebe aus dem Naturpark Gantrisch, boten ihren Lehrlingen die Chance, den Neubau Gäggersteg zu „ihrem Projekt“ zu machen. Das Ziel ist, die Lernenden so viel wie möglich am Prozess teilhaben zu lassen. 

Grosses Interesse 

Auch Andreas Andermatt, Geschäftsführer der Sektion Bern von Holzbau Schweiz, wurde auf die Idee aufmerksam. Bei allen Holzbaubetrieben, die der Holzbau Schweiz Sektion Bern angeschlossen sind, wurde ein Aufruf gestartet um auf das Lehrlingsprojekt aufmerksam zu machen und alle Lehrlinge der angeschlossenen Betriebe einzuladen. 

«Auf den Aufruf haben sich 47 Lehrlinge gemeldet, die motiviert sind mitanzupacken», so Christian Gertsch von der ARGE Gäggersteg. «Wir waren positiv überrascht über den hohen Zulauf und es macht den Lernenden riesige Freude dieses Bauwerk entstehen zu sehen», so Gertsch weiter. 

 

Der Gäggersteg

Der Jahrhundertsturm Lothar hatte im Jahr 1999 den Wald am Gägger in der Gemeinde Rüschegg BE fast vollständig zerstört. Im Frühjahr 2000 wurde das Gebiet als Waldreservat ausgeschieden und im Jahr 2004 ein Sturmholzweg, der Gäggersteg, gebaut aus Lotharsturmholz vom Staatsforst, dem Waldbesitzer. Es entstand ein Steg, der sich von 0.5 bis 1.5 m dem Geländeverlauf folgend über dem Boden bewegt. Ziel war die Beobachtung der natürlichen Wiederbewaldung. Man ging damals von einer Lebensdauer von 8-10 Jahren aus. Mittlerweile ist der Steg 15 Jahre alt und zieht jährlich, sicher auch wegen des fantastischen Panoramas, 13‘000 Besucher an. Der Steg muss nun aufgrund von Baufälligkeit ersetzt werden. 

Der neue Aussichtssteg im Waldreservat wird unterschiedliche Besuchergruppen in den Naturpark Gantrisch locken. Während das spielerische Erleben und Erforschen bei den Familien im Vordergrund steht, werden Naturschutzvereine, Firmen, Studierende (v.a. Aus- und Weiterbildung im Bereich Holzbau, Architektur, Landschaftsarchitektur, Raumplanung) und Schulklassen an der Bildung für nachhaltige Entwicklung (z.B. zu Waldbäume, Wiederbewaldung, Holzarchitektur) interessiert sein.

Mit der Planung für einen neuen Steg wurde bereits im 2015 begonnen, als ein Archtitekturwettbewerb ausgeschrieben wurde. Im folgenden Jahr entschied sich die Jury für das Gewinnerprojekt des Teams «Indermühle Bauingenieure HTL/SIA mit Architekturbüro Patrick Thurston». Gemeinsam arbeitete man die Detailpläne unter Beachtung der Vorschriften von Behörden aus, um dann Anfang 2019 die Submissionen für Baumeister, Montagebau in Holz, Montagebau in Stahl und Pfähle auszuschreiben. 

 

 

 

 

 

 

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