24.07.2014 12:30
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Bern
Schangnau steht unter Wasser
Nach heftigen Regenfällen im Emmental steht die Gemeinde Schangnau unter Wasser. Der Dorfbach und die Emme sind über die Ufer getreten und haben Keller überflutet. Die Rega hat begonnen, Menschen von ihren überschwemmten Höfen zu evakuieren.

Am Donnerstagmorgen habe es extrem viel geregnet, erklärte ein Sprecher der Berner Kantonspolizei auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Er bestätigte eine Meldung von 20 Minuten online.

Leserbilder auf der Onlineplattform von «20 Minuten» zeigten weggespülte Autos und Schwemmholz auf den Strassen. Die Feuerwehr Schangnau und die Kantonspolizei Bern sind im Dauereinsatz. Gemäss der SRF-Sendung «Info 3» kommt es nur alle 300 Jahre zu einem derartigen Hochwasser, wie es derzeit in Schangnau herrscht.

«Eine grosse Holzbrücke wurde weggeschwemmt, das Wasser fliesst jetzt ungehindert über die Strasse auf die Äcker und dringt in die Wohngebiete ein», sagt Ramon Haas aus Schangnau gegenüber "20min".ch. Er habe Siloballen in den Fluten gesehen, die von Höfen fortgespült wurden. Das Unwetter habe zwischen 8 und 10 Uhr zu grossen Regenmengen geführt. Die Wasserversorgung ist gemäss Haas zusammengebrochen.

Die wild gewordene Emme hat sich auch in Bumbach ihren Weg durchs Dorf gesucht. In der Region soll es mehrere Brücken weggespült haben. «Die Situation ist schlimm», wird der örtliche Feuerwehrkommandant Andreas Wüthrich vom «Blick» zitiert. «Das ganze Tal ist überschwemmt. Bumbach steht unter Wasser. Ich kann nicht beschreiben, wie das viele Wasser in so kurzer Zeit gekommen ist.» Bereits 2007 kam es im Emmental zu verheerenden Überschwemmungen. Damals traf es die Region von Eriswil und Huttwil.

Die Rega wurde für die Rettung von Personen. «Wir hatten heute Morgen einen Einsatz. Die Person konnte gerettet werden und ist unverletzt», sagt Rega-Sprecher Philip Zumstein gegenüber blick.ch.

Vier Häuser in Brienz BE evakuiert

Das Unwetter vom Donnerstagmorgen hat nicht nur über dem Emmental gewütet, sondern auch im angrenzenden Berner Oberland. In Brienz mussten vorsorglich vier Gebäude evakuiert werden, weil der Mühlebach über die Ufer getreten war, wie die Gemeinde mitteilte.

Verletzt wurde niemand. In zwei Gewerbegebäuden bei der Mündung des Mühlebachs in den Brienzersee entstanden erhebliche Sachschäden, wie die Gemeinde weiter schreibt. Aus Sicherheitsgründen mussten die Kantonsstrasse von Brienz nach Interlaken sowie einige Wanderwege gesperrt werden. Im Gebiet Planalp ereignete sich auf Grund des intensiven Dauerregens ein Hangrutsch.

Brienz war 2005 von einem schlimmen Unwetter heimgesucht worden. Der Glyssibach riss riesige Geröllmassen aus dem Gebiet des Brienzer Rothorns zu Tal. Eine Mutter und ihre Tochter starben in einem Haus, das durch die Felsen und das Geschiebe zerstört wurde. Eine zweite Tochter wurde schwer verletzt. Damals wurden rund dreissig Gebäude ganz oder teilweise beschädigt. Manche Häuser durften nach dem Unglück nicht mehr am alten Ort wieder aufgebaut werden. sda

Vergleichsweise glimpflich kam das altehrwürdige Kemmeribodenbad davon. Die Emme sei zwar auch da über die Üfer getreten. Der Pegel sei im Quellgebiet der Emme, wo sich das Hotel befindet, aber schnell wieder gefallen, sagte Geschäftsführer Reto Invernizzi auf Anfrage. Bis das von der Aussenwelt abgeschnittene Kemmeribodenbad wieder Zugang zur Aussenwelt hat, vertreibt sich Invernizzi mit den Gästen die Zeit «mit Jassen und Plaudern», wie er sagte.

Die Kantonspolizei Bern und das Regierungsstatthalteramt Emmental weisen darauf hin, dass Uferwege sowie Brückenübergänge aus Sicherheitsgründen gemieden werden sollten. Die Zufahrten in das betroffene Gebiet sind teilweise erschwert.

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