20.01.2015 09:55
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Gesundheit
Schlaue Socken und fühlende Yogamatten
Das Internet-of-things (IoT) wird den Alltag smarter, bequemer und informativer machen. Zurzeit tummeln sich im IoT aber noch viele skurrile Ideen und ungelöste Fragen bezüglich Datenschutz und Privatsphäre.

Das Motto scheint simpel: Alles, was sich mit dem Internet verbindet, ist smarter, moderner und vor allem trendiger. Denn die immense Leistung der Cloud-Rechner kann Daten von Geräten und Sensoren auswerten, ergänzen und kombinieren. Letztlich sollen so all die digitalen Helfer in einer nahtlosen Welt verschmelzen, in dessen Zentrum meist das Smartphone steht.

Intelligent wohnen

Was sich die Industrie unter dem Internet-der-Dinge so alles vorstellen kann, zeigte einmal mehr die Computermesse CES in Las Vegas. Dort gab es von smarten Socken (Sensoria) über den intelligenten Bauchgürtel (Belty) bis zur mitdenkenden Yoga-Matte (Smartmat) unzählige neue Ideen zu sehen, die teils aber eher in die Spielzeug-Kategorie, also in das Internet-of-Toys, fallen.

Die nützlichsten Anwendungen des IoT zeigen sich bisher im Wohnbereich. Mit modularen Systemen lassen sich via Handy und Internet von Steckdosen bis zu Heizkörper unzählige Geräte automatisch steuern, regeln und kontrollieren. Vernetzte LED-Lampen, die sich je nach Stimmung steuern lassen und auf Ereignisse aus dem Internet (E-Mail, Musik) reagieren, sind technisch ausgereift.

Futterstation für Tiere

Auch bereits zum IoT gehören Haushaltsgeräte. Von der Waschmaschine, die Weisses von Buntem unterscheiden kann, über den selbstreinigenden Kleiderschrank bis zum Kühlschrank mit eingebauter Kamera ist alles bereits mit dem Internet verbunden.

Eine Art Wachhund im IoT ist der Roboterstaubsauger von LG. Er kann Fotos seiner integrierte Kamera via Internet aufs Handy schicken, während er durch die Wohnung patrouilliert. Für echte Tiere ist dagegen die per Internet ferngesteuerte Futterstation (Petnet) gedacht.

Wem gehören meine Körperdaten?

Fitnessarmbänder und Smartwatches gelten als die erfolgreichsten Vertreter des Internet-of-Things. Sie schicken gesammelte Bewegungs- und Körperdaten ins Internet und danach kann man im Webbrowser oder Apps seine Leistungen in Auswertungen und Grafiken sehen.

Welche Daten dabei gesammelt werden und wer letztlich was damit anstellt, bleibt allerdings bei vielen Cloud-Diensten nebulös. Dass bereits erste Versicherungen den Trägern von Fitnessbändern tiefere Prämien versprechen, zeigt die dünne Grenze zwischen Nutzen und Privatsphäre. Mit solchen kritischen Fragen zum IoT wird sich deshalb auch ein Anlass des Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten befassen. Die Podiumsdiskussion findet am internationalen Datenschutztag (28. Januar 2015) in Bern statt. sda

Allerdings scheint das IoT auch alte Fehler zu wiederholen. Jeder Hersteller und jede Funktion hat eine neue App. Während man also im analogen Zeitalter noch mit Stapel Fernbedienungen jonglierte, blättert man heute verzweifelt durch seine App-Sammlung auf dem Smartphone, nur um den IoT-Wasserkocher zu bedienen.

Sensoren als Lebensgefühl

Bekannteste Vertreter des IoT sind am Körper getragene digitale Helfer, sogenannte Wearables. Die neuen Fitnessarmbänder und Smartwatches verfügen über immer mehr Sensoren, längere Ausdauer und zusätzlich Funktionen. So misst die Fitnessuhr Basis Peak nicht nur Bewegung, sondern auch Puls, Hauttemperatur und Hautwiderstand und berechnet so Kalorienverbrauch und Schlafqualität.

Im Kampf ums Handgelenk wird diesen Frühling auch Apple einsteigen, die sich dabei aber gegen Dutzende andere smarte Uhren durchsetzen muss. Einige Hersteller haben sich bereits spezialisiert, so enthält die Smartwatch von Garmin nicht nur einen Satellitenempfänger, sondern auch digitales Kartenmaterial. Wer an seinem Handgelenk keinen Platz mehr hat, kauft sich einen Smartring (Logbar), an dem man durch Drehen und Drücken das Handy steuern kann.

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