Donnerstag, 30. Juni 2022
20.05.2022 07:02
Auszeichnung

Schmähpreis für Kuhglocken-Verbot

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Von: sda/blu

In Berikon AG gilt die Nachtruhe ab 22 Uhr seit vergangenem Jahr auch für Kuhglocken. Die «IG Freiheit» verleiht der «Polizeistunde für Kuhglocken» den diesjährigen «Rostigen Paragraphen».

Das nächtliche Kuhglocken-Verbot erhielt einen «ungewöhnlich hohen Stimmenanteil» von 46 Prozent, wie IG Freiheit am Donnerstag anlässlich der Preisverleihung mitteilte. Erwirkt wurde das Verbot von einem Anwohner, der sich vom Gebimmel der Glocken auf einer Kuhweide in der Nachbarschaft gestört fühlte.

Nachdem die Gemeinde eine Petition abschlägig beantwortete, wandte sich der Anwohner an den Kanton – und erhielt Recht. Ausnahmen für Kuhglocken im Polizeireglement seien falsch, begründete der Kanton Aargau seinen Entscheid. Auch hier gelte von 22 Uhr bis 7 Uhr Nachtruhe. Der Kanton beruft sich dabei auf Bundesrecht, wonach Nachtruhe für alle Menschen garantiert ist. Die betroffenen Berikoner Kühe weiden seither ohne Glocken.

Weder die Gemeinde noch der Landwirt haben den Entscheid anfechten. Er müsse das Urteil nun einfach schlucken. «Die Tiere werden auf dieser Parzelle nun ohne Glocken geweidet. Ich kann doch nicht am Abend um 22 Uhr die Tiere einstallen, ihnen die Glocken abnehmen, sie wieder rauslassen, um sie dann am nächsten Tag um 7 Uhr wieder zu holen, Glocken anziehen und erneut rauslassen», sagte der Landwirt gegenüber «Schweizer Bauer».

Die Silbermedaille des «Rostigen Paragraphen» geht dieses Jahr an die Stadt Genf, für die Einführung eines Frauenrabattes von 20 Prozent in städtischen Kultureinrichtungen.

Auf dem dritten Platz landete das Bundesamt für Verkehr, beziehungsweise die EU-Seilbahnrichtlinie, die der Tradition des Fondue-Essens in Seilbahnen ein Ende zu setzen drohte. Die betroffenen Seilbahn-Unternehmen konnten das Verbot allerdings abwenden.

Der Schmähpreis «Rostiger Paragraph» wird seit 2007 verliehen und soll laut Angaben der IG Freiheit auf unnötige, bürokratische Regulierungen aufmerksam machen.

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3 Responses

  1. Vielleicht sollten die Preisverleiher sich mal was überlegen: Die Freiheit des Einzelnen endet dort wo die Freiheit des Anderen anfängt!
    Ob das jetzt Kuhglocken, Verkehrslärm oder Macht- und Gebietsansprüche sind… 😉

  2. während die Kühe eine Glocke tragen ,sollte der Bauer auch eine tragen. Das würde ihm sicher helfen. Mein Nachbar hat ca 100 Kühe ohne Glocken. Seine Tiere sind den ganzen tag auf der Weide ohne Lärm.

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