10.12.2017 19:06
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wetter
Schnee führte zu vielen Unfällen
Schnee und glatte Strassen am Wochenende halten Autofahrer in Atem.

Für viele Autofahrer gestaltete sich das Wochenende zur Rutschpartie. Durch gefrierenden Regen verschärfte sich die Situation am Sonntag noch. Auch die Bahn hatte Probleme, und am Flughafen Zürich wurden Flüge gestrichen.

Insgesamt 40 Starts und 40 Landungen wurden am Sonntag am Flughafen Zürich annulliert. Verantwortlich gewesen seien sowohl die schlechte Witterung vor Ort als auch starke Schneefälle an den Flughäfen in Nordwesteuropa, teilte ein Sprecher der Betriebsleitzentrale des Flughafens Zürich am Sonntag auf Anfrage mit.

Auf den Strassen in der Schweiz sorgten Schneefälle und überfrierende Nässe für grössere Probleme.

Allein im Kanton St. Gallen gab es 40 Unfälle. In Bern wurden 50 Unfälle registriert - auf der A3 bei Thalwil krachten am Samstag sechs Fahrzeuge ineinander. Drei Frauen wurden mit leichten Verletzungen zur Kontrolle ins Spital gebracht. Wegen des Unfalls stauten sich die Autos zeitweise auf mehreren Kilometern. Am Sonntagmorgen prallte der Fahrer eines Lieferwagens ebenfalls auf der A3 in die Leitplanke - verletzt wurde er dabei nicht.

Am Sonntagnachmittag meldete die Waadtländer Kantonspolizei auf Twitter, dass die Autobahn zwischen Aigle und St-Maurice in Richtung Wallis geschlossen werden musste. Die Wetterverhältnisse seien «sehr schwierig».

Die schwerste Verletzung durch einen Unfall auf glatten Strassen erlitt an diesem Wochenende eine 88-jährige Autolenkerin aus dem Kanton Bern. Sie war am Samstagabend von Thun nach Hilterfingen unterwegs. Ihr Auto kam ins Schleudern, prallte in eine Mauer und dann in eine Hauseingangstür. Die schwer verletzte Lenkerin musste von der Feuerwehr aus dem Wrack befreit und mit der Ambulanz ins Spital gebracht werden.

Fahrt endet in Böschung

In Benken im Kanton St. Gallen schlitterte ein 20-Jähriger mit dem Auto beinahe in den Nebenkanal der Linth. Wie die Kantonspolizei St. Gallen mitteilte, war der Wagen am Samstagnachmittag in einer Kurve ins Schleudern und danach in die Kanalböschung geraten. Sein Mitfahrer und er blieben unverletzt. Auf Ausserrhoder Strassen krachte es gleich sechs Mal - Verletzte waren allerdings keine zu beklagen.

Auch im Kanton Solothurn waren Automobilisten und Rettungskräfte gefordert. Mehrere Lenker kamen am Samstag mit ihren Fahrzeugen von der schneebedeckten Fahrbahn ab, wie die Kantonspolizei mitteilte. Alle Lenker wurden verletzt, einer davon mittelschwer.

Der 48-Jährige war zwischen Solothurn und Rüttenen nach einer Rutschpartie in einen Baum geprallt. Eine 30-jährige Lenkerin rutschte mit ihrem Auto zwischen Balsthal und Holderbank in ein Bachbett. Das Auto musste mit einem Kran geborgen werden.

Zu viel Schnee für Züge

In Sagogn im Kanton Graubünden stürzte ein Auto rund zehn Meter eine Böschung hinunter und prallte in einen Baum, weil der Fahrer einem Postauto ausweichen wollte. Zwei der drei Personen im Auto verletzten sich in der Folge, wie die Kantonspolizei Graubünden mitteilte. Der Lenker war ein 43-jähriger Tourist aus Italien.

Auch die Bahn hatte mit dem winterlichen Wetter zu kämpfen. Vielerorts führten technische Störungen zu vorübergehenden Unterbrechungen. Im Berner Jura konnten die Züge am Sonntag zwischen Tramelan und Les Reussilles nicht verkehren: «Starker Schneefall» hiess es in einer Bahnverkehrsinformation. Er warem Ersatzbusse unterwegs.

Beeinträchtigungen gab es an anderen Stellen in der Romandie. Zwischen Martigny und Le Châble sowie Vallorcine in Frankreich waren die Bahnanlagen vereist, weshalb es zu Verspätungen und Zugausfällen kam. Das gleiche Problem betraf auch die Strecke zwischen Aigle und Siders, Villeneuve und Leuk sowie Palézieux und Semsales.

Durch die starken Niederschläge vom Wochenende erhöhte sich auch die Lawinengefahr in den Bergen. Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) hat für Montag die Gefahrenstufe «gross» (4 von 5) für die Regionen Chablais, Bex-Villars und Unterwallis ausgerufen. Im Rest der Alpen besteht grösstenteils eine erhebliche Lawinengefahr.

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